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Klosterfilz: Gesichert und an den Nationalpark übertragen

Der Klosterfilz war Anfang der siebziger Jahre der große Ankaufschwerpunkt des Bund Naturschutz: Als sich die Gründung eines Nationalparks Bayerischer Wald abzeichnete, setzte sich die neugewählte Verbandsspitze unter Hubert Weinzierl zum Ziel, wertvolle Moorflächen im Vorfeld zu sichern. Mit Erfolg: heute sind die Flächen Teil des Nationalparks.

Bis die Große Ohe, einer der Quellflüsse der Ilz, in dem großen Moorgebiet am Fuße des Nationalparks ankommt, hat sie bereits einen turbulenten Weg hinter sich: Noch unter dem Namen Seebach entspringt sie an einer Flanke des höchsten Bergs des Nationalparks, dem Großen Rachel (1452 m), und durchquert den Rachelsee (1070 m), bevor sie das 320 Meter tiefer gelegene Moorgebiet erreicht und es dort erstmals etwas ruhiger angehen lassen darf.

Dieses Moor trägt einen Doppelnamen: Westlich des jungen Flüsschens heißt es "Großer Filz", östlich davon "Klosterfilz", doch es ist eine zusammenhängende und ökologisch ausgesprochen wertvolle Fläche mit vielen typischen Moorarten. Der Große Filz mit 43,8 Hektar stand schon seit 1950 unter Naturschutz, und eigentlich wäre es naheliegend gewesen, die gesamte Moorfläche als Ergänzung zu dessen Felszonen und Steilhängen in den Nationalpark einzubeziehen. Doch der Großteil des Moores, vor allem der Klosterfilz war damals nicht im Staatsbesitz und konnte daher nicht aufgenommen werden.


Schwerpunkt für Flächenankäufe

Um diese wertvollen Flächen langfristig für den Nationalpark zu sichern und zerstörerische Eingriffe wie den Schwarzbau von Wochenendhäusern, der damals groß in Mode war, zu unterbinden, machte der Bund Naturschutz den Klosterfilz ab 1970 zu seinem Ankaufschwerpunkt und erwarb dort so viele Flächen wie möglich.

Dank großzügiger Spenden hatte er Mitte 1971 bereits knapp 30 Hektar beisammen. Bis Anfang der achtziger Jahre waren daraus 44,4 Hektar geworden. Das ist nicht wenig, trotzdem war es nicht einmal ein Drittel der Moorfläche außerhalb des Nationalparks: Genug, um eine Verschlechterung zu verhindern, aber bei weitem nicht genug für systematische Verbesserungen, zumal die Flächen nicht zusammenhingen.

Am 23. Juli 1973 erweiterte das frischgegründete bayerische Umweltministerium das Naturschutzgebiet auf 370,9 Hektar zum "Großen Filz mit Klosterfilz und angrenzenden Filzteilen". Gerade rechtzeitig, denn Mitte der siebziger Jahre kam der damalige Leiter des Fremdenverkehrsamts auf die Idee, an einer natürlichen Engstelle direkt am östlichen Ortsrand von Riedlhütte einen Damm anzulegen, um mit einem Stausee erhebliche Teile des wertvollen Moores zu überstauen.

Seine Begründung war, dass "dem Bayerischen Wald als Attraktion größere Wasserflächen fehlten". Auch die Wasserwirtschaft fand Gefallen an der Idee: Aus ihrer Sicht sollte der Stausee als Wasserspeicher und zur Hochwasserregulierung dienen. Nach einem energischen Veto des Umweltministeriums war diese Idee allerdings vom Tisch, bevor es zu einer konkreten Planung kam.

Ende der siebziger Jahre erwarb der Freistaat Bayern im Zuge der Flurbereinigung im Nationalpark-Vorfeld weitere 91,2 Hektar an Moorflächen, und zwar geschickter Weise so, dass sie oft die Lücken zwischen BN-Flächen schlossen. Auch wenn das immer noch bei weitem nicht die Gesamtfläche des Moores war, entstanden so große zusammenhängende Gebiete, für die man ein einheitliches Konzept entwickeln konnte, ohne jede Einzelmaßnahme mit unzähligen kleinen Eigentümern abstimmen zu müssen.

Da von vornherein beabsichtigt, den Großen Filz und den Klosterfilz in den Nationalpark einzugliedern, war nach Abschluss der Flurbereinigung der Zweck der BN-Ankäufe erfüllt. Auf ein entsprechendes Schreiben des damaligen Landwirtschaftsministers Dr. Hans Eisenmann hin fasste der Landesvorstand Ende 1986 den Grundsatzbeschluss, die Flächen an den Nationalpark abzugeben. Dennoch dauerte es noch bis März 1991, bis die Vermögensübertragung rechtsverbindlich beurkundet war. Heute sind Großer Filz und Klosterfilz Teil des Nationalparks, von dem sie auch betreut werden.


Eine schöne Halbtagestour rund um den Filz

Heute herrscht im Großen Filz und Klosterfilz wie in anderen Kernzonen des Nationalparks ein Betretungsverbot; es gibt jedoch einen großen Filzrundweg, mit dem man sich einen umfassenden Eindruck von diesem großen Moor verschaffen kann. Er ist 11,5 km lang und passenderweise mit dem Symbol der Kreuzotter gekennzeichnet. Der Weg ist befestigt, führt teilweise über Holzbohlen und zeigt das Moor buchstäblich von allen Seiten.

Obwohl die Halbtagestour keine großen Höhenunterschiede aufweist (ca. 180 m), sollte man sie nicht ausgerechnet an einem heißen Sommertag machen, denn im Moor kann es schwül werden. Der Rundweg hat wunderschöne Passagen, aber vor allem in seinem östlichen Teil auch einige "Durststrecken", auf denen es schnurgerade Forststraßen entlang und bei Siebenellen sogar ein Stück auf der Teerstraße geht. Auch führt er nicht nur durch das Filz oder an seinen Rändern entlang, sondern über weite Strecken auch durch Wälder.

Wer nicht so weit gehen oder sich nur das "Sahnestück" herauspicken will, geht vom Sportplatz Riedlhütte den Triftweg hinunter bis zu der Engstelle, an der einmal eine Aufstauung der Großen Ohe "angedacht" war, und von dort in den Filz hinein. Wenn auf der anderen Seite Siebenellen in Sichtweite kommt, auf dem gleichen Weg zurück.

Im Norden des Moorschutzgebiets hat die Nationalparkverwaltung 2022 auch einen kurzen, aber sehr schönen Rundweg mit vielen Einblicken in die Moorlandschaft geschaffen, der rollstuhltauglich ist. Ausgangspunkt ist der Parkplatz Diensthüttenstraße.

  • Ausgangspunkt: Rastplatz Filzwald an der Nationalparkstraße östlich von Spiegelau (oder Parkplatz Diensthüttenstraße, Sportplatz Riedlhütte (Pocherstraße / Triftweg), Siebenellen, Guglöd)
  • Länge / Gehzeit: 11,5 km / 3,5 – 4,5 Stunden
  • Wegcharakter: Befestigte Wege, teils Bohlenwege, Forststraßen, Teerstraße
  • Einkehr: Entlang des Weges keine (St. Oswald, Spiegelau)