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Wiesenmeisterschaft 2026

Die Wiesenmeisterschaft fand 2026 im niederbayerischen Isar-Inn-Hügelland in den Landkreisen Dingolfing-Landau, Rottal-Inn und Passau statt. 36 Landwirt*innen nahmen am Wettbewerb teil. Bei einer Festveranstaltung in Ruhstorf wurden sie für ihre vorbildlichen artenreichen Wiesen oder Weiden ausgezeichnet.

Wiesen sind wahre Multitalente:

  • Grünlandwirtschaft ist aktiver Boden- und Klimaschutz.
  • Blumenbunte Wiesen sind schön und für die Vielfalt der Landschaft unverzichtbar.
  • Wiesenschutz ist Gewässer- und Trinkwasserschutz.
  • Wo es Blumenwiesen gibt, fühlen sich Einheimische und Feriengäste einfach wohl.

Landwirt*innen sollen Anerkennung für ihre Arbeit erhalten: Mit dem Wettbewerb wollen die Veranstalter, der BUND Naturschutz und die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), die Leistungen der Landwirt*innen, die artenreiche Wiesen erhalten und in ihrem landwirtschaftlichen Betriebskreislauf nutzen, in der Öffentlichkeit würdigen.

Ausgezeichnet wird extensiv bewirtschaftetes Grünland: Bei der Bewertung wird besonderes Augenmerk auf den Artenreichtum der Wiese sowie die zukunftssichere landwirtschaftliche Nutzung gelegt, denn gerade weniger gedüngte Wiesen und Weiden sind wertvoll für die Artenvielfalt und Pufferflächen gegen Erosion und Stickstoffeinträge in das Grundwasser.


Juryrundfahrt

Eine Fachjury bewertete die Wiesen: Die Flächen der teilnehmenden Landwirt*innen wurden nach vorheriger Rücksprache mit den Betriebsleiter*innen von einer Gutachterin besichtigt und nach einem Punktesystem bewertet. Die fünf nach Punkten besten Wiesen wurden von einer mehrköpfigen Jury von Expert*innen aus Landwirtschaft und Naturschutz bei einer Rundfahrt besucht und nach folgenden Kriterien beurteilt:

Naturschutzfachliche Kriterien

Artenvielfalt: Es wurde die Gesamtzahl an Wiesenblumen – keine Gräser – erhoben. Das Vorkommen seltener Pflanzen, die einen hohen Gefährdungsgrad aufweisen, wurde zusätzlich honoriert. Außerdem erbrachte die gleichmäßige Verteilung der Arten auf der Wiese einen Zusatzpunkt.

Im Kulturlandschaftswert spiegeln sich landschaftstypische Ausprägungen und Ensembles wieder, die für Identität und Unverwechselbarkeit stehen.

Landwirtschaftliche Kriterien

Hier wurden der Ertrag und eine gute wirtschaftliche Verwertung des Aufwuchses, etwa durch Verfütterung an den eigenen Viehbestand oder Verkauf positiv bewertet.

Das Vorkommen von für Weidetiere gefährlichen Giftpflanzen und lästigen Weideunkräutern (z.B. Ampfer oder Jakobs-Greiskraut) führte zu Punktabzügen.

Außerdem wurde mit dem Kriterium Zukunftsfähigkeit eingeschätzt, welche Chancen die Wiese oder Weide hat, auch in den nächsten Jahren in der vorliegenden artenreichen Ausprägung weitergenutzt zu werden.


Stellvertretend für alle Wiesen, mit denen Landwirt*innen an der Wiesenmeisterschaft 2026 teilgenommen haben, stellen wir Ihnen hier die vier schönsten vor:

Wiesenmeister 2026 ist der Betrieb Stieberger aus Ottering im Landkreis Dingolfing-Landau. Die Landwirtsfamilie betreibt einen Ackermischbetrieb und Milchviehhaltung im Haupterwerb. Ein großer Teil des Grünlands wird extensiv bewirtschaftet, darunter auch größere Flächen im Königsauer Moos, teilweise mit Doppelmesserbalken.

Die prämierte Wiese Josefiberg ist etwa 0,5 Hektar groß und überzeugte die Jury vor allem durch große Artenvielfalt. Zu den mindestens 44 gefundenen Arten gehören die Wiesen-Flockenblume, Wilde Möhre, Kartäusernelke, Echtes Labkraut, Witwenblume, Margerite, Wilder Dost (Oregano), Kuckuckslichtnelke, Wiesen-Platterbse, Hornklee, Feldklee, Feldsalat und vieles mehr. Der Aufwuchs wird direkt im Betrieb verfüttert.

Die Erstplatzierten der Wiesenmeisterschaft 2026 erhielten einen Preis im Wert von 500 €.

Zweiter Platz

Den zweiten Platz erhielten Ludwig und Janina Harlander aus Hartdobel/Stubenberg im Landkreis Rottal-Inn. Der kleine Biobetrieb im Nebenerwerb setzt auf Mutterkuhhaltung mit Dexter-Rindern, Ziegen und Hühnerhaltung. 

Der hofnahe, etwa 2,5 Hektar große Kräuterberg zeichnet sich durch eine sehr steile Hanglage aus, wird ein- oder zweischürig mit Balkenmäher gemäht und muss teilweise mit den Holzrechen in Handarbeit bearbeitet werden. Kennzeichnende Arten auf der mit über 60 Arten sehr artenreichen Wiese sind: Wiesen-Flockenblume, Skabiosen-Flockenblume, Wilde Möhre, Witwenblume, Rauer Löwenzahn, Herbst-Löwenzahn, Wiesen-Salbei, Kleiner Wiesenknopf, Kreuzblümchen, Thymian, Wiesen-Platterbse, Hornklee, Purgier-Lein, Kümmelblättrige Silge etc.

Als Preis für den zweiten Platzerhielten die Bewirtschafter einen Gutschein im Wert von 300 Euro für den Aufenthalt in einem Biohotel.

Dritter Platz

Der dritte Platz ging an Max Hitzenberger und Sonja Helmrich aus Hennersberg/Reut, Landkreis Rottal-Inn. Der Ackermischbetrieb im Nebenerwerb arbeitet als Biobetrieb und baut derzeit eine Kamerunschaf-Herde auf. 

Die prämierte Straßfeldwiesen (1,5 ha) liegt in einem größeren Feuchtkomplex mit Quell- und Grabenstrukturen, wird schonend gemäht und nicht gedüngt. Kennzeichnende Arten der insgesamt 45 Arten fassenden Artenliste sind: Frauenmantel, Sumpf-Dotterblume, Kohldistel, Wiesen-Pippau, Ferkelkraut, Bach-Nelkenwurz, Mädesüß, Rauer Löwenzahn, Herbst-Löwenzahn, Kuckuckslichtnelke, Wiesen-Platterbse u.a. (45 Arten gelistet).

Vierter Platz

Reinhard Feldmeier aus Wadelsberg/Reut im Landkreis Rotall-Inn belegte den vierten Platz. Der Ackermischbetrieb bewirtschaftet zu einem Drittel Grünland, das in den Heuverkauf geht.

Die gepachtete Gartmeierwiese ist etwa zwei Hektar groß und hat zum Teil eine steile Hanglage. Sie wird ohne Düngung oder Pflanzenschutz bewirtschaftet. Kennzeichnende Arten (insgesamt mehr als 40 Arten): Frauenmantel, Büschel-Glockenblume, Wiesen-Flockenblume, Skabiosen-Flockenblume, Mausohr-Habichtskraut, Ferkelkraut, Margerite, Prunelle, Knöllchensteinbrech, Thymian, Hornklee, Feldklee u.a.


Unterstützer der Wiesenmeisterschaft 2025

Die Wiesenmeisterschaft kann nur stattfinden, weil engagierte Menschen und Organisationen dahinterstehen, die für den Wettbewerb bei ihren Mitgliedern werben, ihn auf ihren Webseiten bekannt machen und uns mit Preisen für die Teilnehmer*innen unterstützen.

  • Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth-Weißenburg und Fürth-Uffenheim
  • Ökomodellregion Nürnberg, Nürnberger Land, Roth
  • Regierung von Mittelfranken, SG 51 (Höhere Naturschutzbehörde) und SG 60 (Agrarstruktur und Umweltbelange in der Landwirtschaft)
  • Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V
  • Bayerischer Bauernverband Kreisverbände Roth, Nürnberg & Nürnberger Land
  • Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM e.V.
  • Biokreis e.V.
  • Bioland e.V.
  • Demeter Bayern
  • Naturland e.V
  • Landratsämter Nürnberger Land und Roth
  • Landschaftspflegeverband Nürnberg e.V.
  • Landschaftspflegeverband Mittelfranken e.V.
  • Netzwerk Blühende Landschaft
  • BUND Naturschutz, Kreisgruppen Roth, Nürnberg Stadt; Nürnberger Land