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Grünes Band – Arche Noah für Tiere und Pflanzen

Mitten in Deutschland reihen sich am Grünen Band wertvollste Lebensräume wie Perlen aneinander. Dank BUND Naturschutz ist die ehemalige innerdeutsche Grenze heute Ausgangspunkt für den längsten Biotopverbund der Welt.

Das Grüne Band ist ein 50 bis 200 Meter breiter, rund 1.400 Kilometer langer Streifen wertvollster Biotope zwischen Travemünde an der Ostsee und dem Dreiländereck bei Hof – der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen. Bis auf das Hochgebirge verbindet er alle typischen deutschen Landschaften: Von der Ostseeküste über die Norddeutsche Tiefebene bis zu den Mittelgebirgen.


Grünes Band Deutschland: das Erfolgsprojekt im Überblick

  • Das Grüne Band ist rund 1.400 Kilometer lang.
  • Es hat eine Fläche von 177 Quadratkilometern.
  • Dort sind 146 verschiedene Biotoptypen nachweisbar.
  • Fast zwei Drittel der Fläche des Grünen Bandes stehen auf der Roten Liste der in Deutschland gefährdeten Biotope.
  • Es durchquert 17 Naturräume und verknüpft über 9 Bundesländer hinweg Lebensräume, die sonst in unserer Kulturlandschaft meist nicht mehr miteinander verbunden sind, zum Beispiel Altgrasbrachen mit Feuchtgebieten, Trockenrasen mit Altholzbeständen und Sumpfgebiete mit Heideflächen.
  • Über 5.000 Tier- und Pflanzenarten lassen sich im Grünen Band finden.
  • Mehr als 1.200 davon stehen auf der Roten Liste.

Ist das Grüne Band geschützt?

Derzeit stehen kanpp zwei Drittel der Fläche des Grünen Bandes nach dem europäischen Natura-2000-System unter Schutz. Nationale Schutzgebiete, die sich oft mit den europäischen überschneiden, nehmen etwa 30 Prozent ein. Die Bundesregierung ist nach der Grenzöffnung der Forderung der Naturschutzverbände nachgekommen und hat ihren Flächenbesitz im Grünen Band den Bundesländern für Naturschutzzwecke übertragen. So konnte damals etwa die Hälfte des Grünen Bandes Deutschland für den Naturschutz gesichert werden, 87 Prozent seiner Fläche gilt heute als naturnah. Doch noch immer gehören etwa 30 Prozent des Grünen Bandes Privatleuten, Kommunen und verschiedenen Institutionen.

Wer pflegt das Grüne Band?

Das naturschutzfachliche Leitbild für das Grüne Band ist das "strukturreiche Offenland". Büsche und Bäume sollen durch Beweidung, Mähen und gelegentliches Entbuschen so im Zaum gehalten werden, dass ein kleinräumiges, von Gehölzen und Einzelbäumen durchsetztes Mosaik aus extensiv bewirtschafteten, halboffenen Grünlandbereichen entsteht. Um dies umzusetzen, arbeiten BUND Naturschutz und BUND - ebenso wie die Naturschutzstiftungen der Bundesländer oder Naturschutzbehörden, die Flächen im Grünen Band betreuen - mit naturnah wirtschaftenden Landwirten, Schäfern und Landschaftspflegeverbänden zusammen. Vielerorts pflegen auch Ehrenamtliche die Flächen des Grünen Bandes, zum Beispiel in den zahlreichen BUND- und BN-Kreisgruppen oder bei Jugendcamps, die regelmäßig am Grünen Band stattfinden.

Was hat der BUND Naturschutz mit dem Grünen Band zu tun?

Ohne den BUND Naturschutz gäbe es heute das Grüne Band nicht. Ehrenamtliche Experten des "Arbeitskreises Ökologie Coburg" im BN hatten schon lange vor der Grenzöffnung entdeckt, welch ungeheuren Wert die Flächen an der innerdeutschen Grenze für Pflanzen und Tiere haben. Unter der Leitung des heutigen BN-Artenschutzreferenten Kai Frobel wurde damals eine Untersuchtung des 140 Kilometer langen Grenzbogens um den Raum Coburg durchgeführt. Mit dem Ergebnis, dass sich seltene und gefährdete Arten wie Braunkehlchen oder Raubwürger fast nur noch im Grenzstreifen finden ließen.

Nach dem Fall der innerdeutschen Grenze (1989) reagierten Kai Frobel, mittlerweile BN-Mitarbeiter, und Hubert Weiger, damals Landesbeauftragter des BN für Nordbayern, blitzschnell: Schon wenige Wochen nach dem Mauerfall organisierten sie ein erstes Treffen zwischen ost- und westdeutschen Naturschützern. Mit der ersten und einstimmig verabschiedeten Resolution zum Grünen Band verliehen die rund 400 Teilnehmer der Forderung nach dem Schutz der einzigartigen Grenznatur Nachdruck. So wurde der Grundstein für das erste gesamtdeutsche Naturschutzprojekt und den längsten Biotopverbund Deutschlands gelegt.

Was ist so besonders am Grünen Band?

Das Grüne Band ist in seiner Länge und Vielseitigkeit einmalig und sehr wertvoll für Tiere und Pflanzen. Der Biotopverbund ist ein Querschnitt durch die Republik: von der Lübecker Bucht und den Schaalsee über die Elbniederung, den Drömling, den Harz, das Eichsfeld, das Werratal und die Rhön bis hin zum Thüringer Wald und Frankenwald. Es verbindet fast 150 unterschiedliche Biotoptypen, die in der umgebenden Nutzlandschaft längst von Acker,- Fichtenforst oder Fettwiesen verdrängt wurden. In manchen Bereichen ist es die einzige naturnahe Struktur in der intensiv genutzten Landschaft. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten finden im Grünen Band einen Rückzugsort und können sich dort ausbreiten. Das ist gerade für scheue oder weit wandernde Arten wie Wildkatze und Luchs wichtig, die den Biotopverbund als Wanderkorridor nutzen. Über 5.000 Tier- und Pflanzenarten finden sich nachweislich im Grünen Band. Mehr als ein Fünftel davon gelten als gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht.


Welche Tiere und Pflanzen leben im Grünen Band?

Das Grüne Band ist eine Art Arche Noah: In den 146 verschiedenen Lebensraumtypen kommen mehr als 1.200 Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste vor. Kennen Sie zum Beispiel den Kurzschwänzigen Bläuling? Oder den Wohlriechenden Sumpfporst? Pflanzen und Tiere, die anderswo bereits als verschollen oder ausgestorben galten, wurden und werden im Grünen Band wiederentdeckt. Seltene Arten wie Wanstschrecke, Goldener Scheckenfalter, Schwarzstorch, Braunkehlchen, Wachtelkönig, Fischotter, Luchs oder Wildkatze, Arnika, Trollblume, Breitblättriges Knabenkraut oder Küchenschelle finden dort einen Lebensraum. Als ganz besondere Rarität hat sich im Dreiländereck Bayern-Sachsen-Tschechien die Flussperlmuschel erhalten.


WANDERKORRIDOR MITTEN IN DEUTSCHLAND

An manchen Stellen wurden die über Jahrezehnte mehr oder minder unberührt gebliebenen Landschaften nach der Wende von - meist westdeutschen - Bauern umgepflügt, von Verkehrsplanern und Kommunalpolitikern durch Straßen zerschnitten oder durch Bebauung entwertet.

Im Großen und Ganzen aber blieb das Grüne Band ein einmaliger Biotopverbund: Eine Lebenslinie von Schutzgebieten, behutsam gepflegtem, strukturreichem Offenland und in manchen Bereichen sich selbst überlassenen Wildnisflächen.

Für viele Wildtiere ist das Grüne Band von unschätzbarem Wert: In einer sonst intensiv genutzten Agrarlandschaft, die vielerorts durch Straßen und Bahnlinien zerschnitten ist, können sie das Grüne Band als Wanderkorridor benutzen. Das sichert den genetischen Austausch zwischen einzelnen Populationen, die sonst isoliert, und auf Dauer wohl kaum überlebensfähig wären.


GRÜNES BAND: BIOTOPVERBUND UND ERINNERUNGSLANDSCHAFT

Ursprünglich war der innerdeutsche Grenzstreifen alles andere als ein lebensfreundlicher Ort: 3.000 Kilometer Zäune, Hunderte Kilometer Mauern und Kfz-Sperrgräben, 850 Wachtürme, Bodenminen, Selbstschuss- und Hundelaufanlagen sowie 50.000 bewaffnete DDR-Grenzsoldaten hinderten während der Teilung Deutschlands die DDR-Bürger um jeden Preis daran, von Ost nach West zu gelangen. Von all dem Horror, der mehr als 900 Flüchtlingen das Leben kostete, ist heute nichts mehr zu erkennen. Geblieben ist ein einzigartiger Biotopverbund und eine wichtige Erinnerungslandschaft.

Das Grüne Band Bayern-Tschechien

Der knapp 350 Kilometer lange Abschnitt des Grünen Bandes entlang der bayerisch-tschechischen Grenze verbindet Gebiete, die für die Natur von allergrößtem Wert sind. Zwischen der Südlichen Regnitz bei Prex im Landkreis Hof und dem Dreisesselberg südöstlich von Haidmühle im Landkreis Freyung-Grafenau reihen sich Arnika- und Orchideenwiesen, naturnahe Bachläufe, Auen, Moore, Magerrasen und naturnahe Wälder wie Perlen an einer Kette aneinander.

Neben den beiden Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava sowie dem großflächigen Landschaftsschutzgebiet Český Les, findet man dort herausragende Natura-2000- und Vogelschutzgebiete. Das Grüne Band Bayern-Tschechien ist ein Knotenpunkt grenzübergreifender, ökologisch wichtiger Kerngebiete und Lebensraumachsen: So kreuzen hier das Eger- und Pfreimdtal oder die Cham-Further-Senke das Grüne Band in Ost-West-Richtung und bilden mit diesem ein Netzwerk aus wichtigen Biotopverbundkorridoren. Die BN-Kreisgruppen leisten am Grünen Band Bayern-Tschechien seit vielen Jahren Naturschutzarbeit von unschätzbarem Wert.

"Ahoj sousede! Hallo Nachbar!"

... so heißt es bei der Kreisgruppe Wunsiedel schon seit Juni 1990. Denn das Grüne Band Bayern verbindet nicht nur Landschaften über Grenzen hinweg, sondern auch Menschen. Bereits wenige Jahre nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs begann die freundschaftliche Zusammenarbeit der BN-Aktiven mit dem tschechischen Naturschutzverband ČSOP. Immer wieder finden gemeinsame Treffen, Exkursionen und Arbeitseinsätze statt.

Zum Beispiel in Hohenberg: Dort, wo sich der Fluss Eger in Richtung Tschechien schlängelt, pflegen die deutschen und tschechischen Naturfreunde zahlreiche Biotope – vom Trockenhang bis hin zu Sumpf- und Wiesenarealen. Die im Besitz des BN befindlichen Feuchtwiesen bei Fischern haben sie im Sinne des Arten- und Biotopschutzes umgestaltet und wo Eger und Röslau zusammenfließen, sind Flutmulden und Feuchtsenken entstanden.

Leben für die Moore - Moorschutz am Grünen Band

Moore sind Lebensraum für viele hochspezialisierte Tiere und Pflanzen und immens wichtig für den Klimaschutz. An der bayerisch-tschechischen Grenze gibt es noch viele dieser wertvollen Flächen. Deshalb arbeitet der BUND Naturschutz mit den Nationalparken Šumava und Bayerischer Wald sowie der tschechischen Universität Budweis daran, dort wertvolle Moor- und Feuchtlebensräume zu erhalten und zu renaturieren.

Im Projekt "LIFE for MIRES" kauft der BN – etwa im Landkreis Freyung-Grafenau – Moorflächen auf. Wenn nötig, werden diese entbuscht und wiedervernässt, sodass die Moore zu ihrem natürlichen Wasserhaushalt zurückfinden können. Das sechseinhalbjährige Vorhaben (August 2018 bis Dezember 2024) wird durch das EU-Programm "Life+ Nature and Biodiversity" gefördert und mit Mitteln des Tschechischen Umweltministeriums und des Bayerischen Naturschutzfonds kofinanziert.

Alles im grünen Bereich? Lücken im Grünen Band

Kurz nach der Wende waren es das illegale "unter den Pflug nehmen" – meist durch westdeutsche Landwirte – und die zahlreichen Verkehrsprojekte, die dem Grünen Band zusetzten und Lücken rissen. Dass Verkehrsverbindungen nach der jahrzehntelangen deutschen Teilung wiederbelebt werden mussten war klar. Doch passierten hier in der Nachwende-Euphorie weitreichende Fehler, die unter Protest der Naturschützer begangen wurden. So vernichtete der Bau der A71 Erfurt-Schweinfurt gleich 700 Meter Grünes Band am Stück. Auch ganze Autobahnauffahrten wurden direkt in den wertvollen Biotopverbund gesetzt, wie an der A73 Suhl-Lichtenfels, nur weil die Flächen damals noch der Bundesregierung gehörten.

2011 ist die Bundesregierung mit dem Abschluss der Flächenübertragung im Rahmen des Nationalen Naturerbes der Forderung der Naturschutzverbände unter Federführung des BUND nachgekommen und hat ihren Flächenbesitz im Grünen Band den Bundesländern für Naturschutzzwecke übertragen. So konnte damals etwa die Hälfte des Grünen Bandes Deutschland gesichert werden. Doch auch heute noch ist der Druck auf die Flächen am Grünen Band groß: Nach wie vor gehören 30 Prozent der restlichen Flächen Privatleuten, Kommunen oder Institutionen. Die Bereiche dieser Flächen, die nicht in Schutzgebieten liegen, sind einer Zerstörung oder Intensivierung der Landnutzung meist schutzlos ausgeliefert.

Mission Lückenschluss – Wir arbeiten dran!

BUND und BUND Naturschutz arbeiten mit Hochdruck daran, die Lücken im Grünen Band zu schließen, beispielsweise durch den Kauf von Grundstücken. Die Lücken in dem deutschen Biotopverbund haben sich dadurch von 15 Prozent der Fläche (2001) auf 12 Prozent (2019) verringert.

Um Eingriffe ins Grüne Band in Zukunft generell zu vermeiden, setzen sich BUND und BN seit Jahren dafür ein, den Biotopverbund als Nationales Naturmonument auszuweisen. Mit einem erfreulichen Zwischenerfolg: Im November 2018 wurde das Grüne Band Thüringen zum Nationalen Naturmonument erklärt.


Das Grüne Band Europa – Eine Idee wächst

Die Idee für ein Grünes Band Europa stammt vom langjährigen BN-Vorsitzenden Hubert Weiger. Erstmals öffentlich kund tat er seine Vision 2002 auf der Einweihungsfeier des BUND-Kunstprojekts "WestÖstliches Tor" im Eichsfeld, an der auch der ehemalige Staatspräsident der Sowjetunion, Michael Gorbatschow, teilnahm.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) griff Weigers Idee auf und organisierte in den Folgejahren zusammen mit der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) zwei internationale Konferenzen, bei denen die paneuropäische Initiative mit einer Koordinierungsstruktur ein Gesicht bekam. Denn auch an anderer Stelle in Europa wusste man bereits früh von der Wertigkeit der Grenznatur: Beispielsweise an der finnisch-norwegisch-russischen Grenze, wo seit Anfang der 1990er-Jahre gemeinsam an einem "Fennoscandian Green Belt" gearbeitet wurde. Diese regionalen Aktivitäten wurden nun in einer paneuropäischen Initiative zusammengeführt.


WAGE ES, ZU VERBINDEN: DARE TO CONNECT

Getreu dem Motto "Grenzen trennen. Natur verbindet!" arbeitet der BUND Naturschutz weiter daran, Lebensräume im und am Grünen Band Europa grenzüberschreitend zu verknüpfen. Seit 2018 leitet er das von der EU geförderte Projekt "DaRe to Connect" (dt.: Wage es, zu verbinden). In dem dreijährigen Vorhaben arbeiten elf Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen aus acht europäischen Ländern (Deutschland, Kroatien, Österreich, Rumänien, Serbien, Slowakei, Tschechien und Ungarn) gemeinsam an der Umsetzung der Projektziele.

Wanderkorridore entwickeln

Übergeordnetes Ziel ist es, die lückenlose Vernetzung von Biotopen am größten europäischen Lebensraumverbund und Rückgrat der europäischen „Grünen Infrastruktur“, dem Grünen Band, weiter zu stärken. Im Fokus steht hierbei insbesondere die Entwicklung grenzüberschreitender, transnationaler ökologischer Korridore zwischen bestehenden Natura-2000-Gebieten, die Wildtieren eine gefahrlose Wanderung auch über weitere Entfernungen ermöglichen. Denn: „Natur kennt keine Grenzen, daher dürfen die Bemühungen um deren Schutz auch nicht an diesen haltmachen“, so BN-Vorsitzender Richard Mergner anlässlich des ersten Partnertreffens in Nürnberg. Im Rahmen des Projekts "Quervernetzung Grünes Band" werden Methoden entwickelt, mit denen anhand von Satellitenbildern geeignete ökologische Korridore identifiziert werden können. Dies wird künftig allen Akteuren am Grünen Band in Europa zugute kommen. In sechs Pilotregionen werden die entwickelten Methoden erprobt und grenzüberschreitende Pilotmaßnahmen umgesetzt.

Zusammenarbeit im Dreiländereck

Der BN wird gemeinsam mit Partnern aus Tschechien und Österreich im deutsch-tschechisch-österreichischen Dreiländereck Bayerischer Wald, Šumava und Mühlviertel unter anderem Konzepte für eine bessere Vernetzung von Schutzgebieten erarbeiten. Neben dem Erhalt und der Weiterentwicklung der vorhandenen Ökosysteme geht es auch um deren Nutzen für den Menschen. Die Gesamtergebnisse des Projekts werden schließlich in einer gemeinsamen Vision „Green Belt in the Danube Region 2030“ gebündelt.

Wandern und Radeln am Grünen Band

Das Grüne Band erlebt man am besten zu Fuß oder per Fahrrad: 1.400 Kilometer einzigartige Natur- und Erinnerungslandschaft warten darauf, entdeckt zu werden. Wander- und Fahrradtouren sowie viele Informationen zu Natur, Kultur und Geschichte der Grüne-Band-Landschaften finden sich in den Büchern von Reiner Cornelius vom BUND Hessen.

Sieben Jahre war er für den BUND-Fachbereich Grünes Band an Deutschlands längstem Biotopverbund unterwegs. Anhand seiner Recherchen entstand die siebenteilige Buchreihe „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“. Jeder Band beschreibt eine Region des Grünen Bandes – von der Ostseeküste bis ins Vogtland – und bietet Tourenvorschläge für Wanderer und Radler.

Das Herz des Grünen Bandes …

... schlägt in Nürnberg. Geleitet von der Biologin Liana Geidezis arbeitet dort ein mittlerweile sechsköpfiges Team im Fachbereich Grünes Band. Zwei weitere Mitarbeiter sind in Außenstellen am Grünen Band Bayern-Tschechien tätig. Gemeinsam von BUND und BUND Naturschutz finanziert, ist es das fachliche und organisatorische Zentrum des einzigartigen Naturschutzprojekts.

Die Aufgaben des Teams sind vielfältig: Es beantragt und betreut Drittmittelprojekte, betreibt Lobbyarbeit, richtet Fachkongresse aus, nimmt weltweit an Tagungen teil, verantwortet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und ist Schnittstelle für den Informationsaustausch aller Akteure am Grünen Band. In enger Abstimmung mit dem Fachbereich organisieren die BUND-Akteure vor Ort den Flächenankauf im Biotopverbund.

DAS TEAM WÄCHST

Seit 2004 betreuen insbesondere die stellvertretende Leiterin und Landschaftsökologin Melanie Kreutz sowie Liana Geidezis im zentraleuropäischen Abschnitt des Grünen Bandes den Informations- und Datenaustausch, initiieren und begleiten die Umsetzung grenzüberschreitender Projekte und organisieren regelmäßig internationale Workshops und Tagungen. Seit 2014 ist der Fachbereich mit Liana Geidezis im Vorstand des Vereins Grünes Band Europa (European Green Belt Association e.V.) vertreten.

Der Geoökologe Uwe Friedel koordiniert unter anderem bundesweite Projekte, die im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert werden. Seit 2018 ergänzen die Biologin Angelika Beck und der Geograf Martin Kuba das Team des Fachbereichs. Sie koordinieren internationale Aktivitäten und Projekte und sind eng in die Arbeit am Grünen Band Deutschland eingebunden. Ebenfalls seit 2018 betreut Karel Kleijn die Maßnahmenumsetzung im Projekt „Life for Mires“ am Grünen Band im Landkreis Freyung-Grafenau. Seit 2019 ist die Geoökologin Kathrin Schrepfer Teil des Teams in Nürnberg und der Biologe Tobias Windmaißer im Vernetzungsgebiet „Innerer Bayerischer Wald" im Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ in der Außenstelle in Perlesreut als Projektmanager im Einsatz.