Bald endet der Winterschlaf des Gartenschläfers
Der BUND Naturschutz in Bayern nutzt den Frühlingsanfang, um auf die seltene Schlafmaus aufmerksam zu machen und ruft dazu auf, Beobachtungen über www.gartenschlaefer.de zu melden. Dort sind bereits mehr als 12.000 Hinweise aus ganz Deutschland eingegangen – eine wichtige Datengrundlage für Forschung und Schutz der in Bayern vom Aussterben bedrohten Art. Seit 2018 arbeitet der BUND Naturschutz gemeinsam mit Partnern an ihrem Schutz.. „Gerade im Frühling haben wir gute Chancen, den Gartenschläfer nachzuweisen. In dieser Zeit sind die Tiere aktiver und manche machen auch durch ihre Rufe auf sich aufmerksam“, sagt Uwe Friedel, Gartenschläfer-Experte beim BN. „Jede Beobachtung hilft uns, mehr über die Verbreitung dieser seltenen Art zu erfahren und gezielte Schutzmaßnahmen umzusetzen.“
Der Frühling ist für den Gartenschläfer auch Paarungszeit. Rund drei Wochen nach der Paarung – in Bayern meist von Juni bis Mitte Juli – werden die Jungen geboren. Als Kinderstube dienen Baumhöhlen, Nistkästen, selbst gebaute Nester im Gebüsch oder Felsspalten. Schlafmäuse bekommen meist nur einmal im Jahr Nachwuchs und gehen in den Mittelgebirgen bereits ab Ende August wieder in den Winterschlaf. Dazu senken sie aktiv ihren Stoffwechsel, wodurch die Körpertemperatur stark absinkt und Energie gespart wird.
In Bayern konzentrieren sich die Vorkommen des Gartenschläfers auf Frankenwald, Fichtelgebirge und Steinwald. Dank der Zusammenarbeit mit den Naturparken ist hier der Kenntnisstand zur Verbreitung viel besser als noch vor fünf Jahren. Ein kleines Vorkommen existiert noch am bayerischen Untermain in den Weinbergen und Streuobstwiesen der Landkreise Miltenberg und Aschaffenburg.
Für die konkrete Planung von Schutzmaßnahmen ist jeder Nachweis aus diesen Regionen eine große Hilfe. Nachweise aus anderen Regionen, wo der Bilch einst zuhause war, wie im Frankenjura wären eine kleine Sensation.
Deswegen ruft der Verband alle Menschen im Freistaat dazu auf, Gartenschläfer zu melden, sofern ihnen die kleine Schlafmaus vor die Linse tappst. Aber auch Totfunde sind für den Verband ein wertvoller Hinweis und sollen ebenso gemeldet werden.




