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Funktionen von Stadtbäumen

Laubbaum-Produktion

Ein durchschnittlicher Laubbaum von 15-20 m Höhe bewirkt folgende ökologisch bedeutsame Leistungen, bei einem angenommenen Jahresniederschlag am Standort von 800 mm:

Blattfläche

Produktion organischer Stoffe

Sauerstoffproduktion

Wasserverbrauch für die Sauerstofferzeugung

Pumpleistung

Filterleistungen durch Belaubung (Staub usw.)

Wurzelmasse

Durch Wurzeln verhinderter Wasserabfluss

Seine Wurzeln durchziehen

Quelle: Vester 1987 nach Kalusche S. 277
(aus: Rathaus & Umwelt 10/96, Ausgabe 1/96)

ca. 1.000 m

24.000 kg/Jahr

3 Mio. l/Jahr bzw. 370 l/Stunde

2.500 l/Jahr

30.000 l/Jahr bzw. 80 l/Tag bzw. 5,7 l/Stunde

7.000 kg/Jahr

300-500 kg

70.000 l/Jahr

1 t Humusboden und 50 t Mineralboden

STADTBÄUME ALS "GRÜNE KLIMAANLAGE"

Bäume sind hervorragende Klimaschützer: Sie produzieren Sauerstoff und verbrauchen dabei das klimaschädliche CO2. So kann z.B. eine einzige ausgewachsene Buche Tag für Tag den Sauerstoff für bis zu 50 Menschen erzeugen - ohne Steckdose und völlig kostenlos noch dazu! Zudem verdunsten Laubbäume an heißen Sommertagen bis zu 400 Liter Wasser und entziehen dabei der umgebenden Luft Wärme. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels, ist es unerlässlich den noch vorhandenen und bereits für den Klimaschutz vor Ort wirksamen Baumbestand mit allen verfügbaren Mitteln und unter Einbeziehung aller potentiellen Akteure als unersetzliches Naturkapital für die Zukunft zu sichern. Das Fällen eines jeden gesunden Baums ist verantwortungslos und kurzsichtig!

Allee von Schattenspendern

 

STADTBÄUME ALS SCHATTENSPENDER

Wenn mal wieder kein Wölkchen am Himmel und kein wohltuender Gewitterregen in Aussicht ist, beschatten v.a. großkronige Laubbäume Asphaltflächen und benachbarte Hausfassaden und bremsen damit höchst wirksam deren weitere Aufheizung. Ein Laubbaum mit gerade einmal 15 m Kronendurchmesser kann dabei eine Fläche von 160 m² mit seinem Schatten kühlen. Und: Wo Bäume ihren Schatten werfen, erscheint uns Menschen die Lufttemperatur gleich um mehrere Grad niedriger und damit viel weniger belastend zu sein, als das Thermometer anzeigt!

STADTBÄUME ALS LUFTFILTER

Bäume leisten v.a. im Stadtzentrum und in engen Straßen einen spürbaren Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität: Sie filtern dank ihrer großen Blattoberflächen sowohl Fein- und Grobstäube als auch giftige Stickoxide aus der Luft und reduzieren damit die Konzentration gesundheitsschädlicher Stoffe in der Atemluft der Stadtbewohner. So tragen sie wesentlich zu einem gesünderen Wohnumfeld bei. 

Wo (in Städten) Bäume fehlen, kann der Schadstoffgehalt in der Luft gleich dreimal höher liegen als in baumgesäumten Straßenzügen!

STADTBÄUME ALS LÄRMBREMSE

Lärm ist nicht nur nervig, sondern kann auch krank machen: Stress und Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und weitere psychischen Belastungen können die Folge sein. Auch hier machen sich Stadtbäume hilfreich bemerkbar: Mit ihren dicht belaubten Kronen schwächen Laubbäume v.a. im Sommer die Schallreflexion zwischen den Häuserfronten ab. Zudem wird Lärm als weniger belästigend empfunden, wenn Lärmquellen, z.B. durch Bäume, verdeckt sind. 

STADTBÄUME ALS AUGENWEIDE

Straßenbäume können hässliche Fassaden verdecken und zudem Bauwerke optisch hervorheben. Sie unterbrechen große Asphalt- und Pflasterflächen und wirken der Eintönigkeit langer Straßenfluchten entgegen.

Und: Mit einer optischen Verengung des Straßenraumes durch Bäume lässt sich bei vielen Autofahrern eine Geschwindigkeitsreduzierung erreichen - sogar ganz ohne Verbotsschild.

STADTBÄUME ALS NATURERLEBNIS VOR DER HAUSTÜRE

Bäume lassen uns mitten im Häusermeer den Wechsel der Jahreszeiten unmittelbar miterleben und ermöglichen so v. a. Kindern spannende Naturerfahrungen direkt vor der Haustüre. Erwachsene können sich als Baumpaten (Beispiel Nürnberg) oder im Rahmen einer Pflegepatenschaft mit der Betreuung und Gestaltung einer Baumscheibe quasi vor der Haustüre eine eigene kleine Naturoase schaffen. Wenn Sie Interesse an einer Baumpatenschaft haben, kontaktieren Sie einfach Ihre Orts- oder Kreisgruppe des BUND Naturschutz, die Ihnen sehr gerne weiterhilft.

STADTBÄUME ALS LEBENSRAUM FÜR TIERE UND PFLANZEN

Bäume bringen die Natur in die Stadt: Sie bieten Lebensraum für Insekten und Vögel (z. B. Grünspecht), Eichhörnchen und Fledermäuse (z. B. Mopsfledermaus). Je älter ein Baum wird, umso größer ist seine ökologische Bedeutung! Von einem Bestand mit richtig alten Baumindividuen profitieren immer mehr die Eichhörnchen. Ursprünglich im Wald daheim, haben sie mittlerweile fast alle Städte und Gemeinden besiedelt. Dort finden sie v. a. in Villenvierteln und in baumbestandenen Straßenzügen ausreichend Nahrung und große Bäume, auf denen sie ihre Nester bauen können. Mehr Informationen zum Natur- und Artenschutz finden Sie auch hier.

(Quelle: Pressemitteilung Bayer. Umweltministerium, U. Scharf: Städte sind Naturerlebniszonen, Nr. 87/16, 20.5.2016)