40 Jahre Tschernobyl: Folgen bis heute spürbar – Atomdebatte endgültig beenden
Der BUND Naturschutz in Bayern erinnert anlässlich des 40. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April an die bis heute anhaltenden Folgen. Noch immer müssen in Teilen Bayerns Wildschweine auf Radioaktivität untersucht werden. Auch Waldböden und Pilze sind vielerorts betroffen. „Tschernobyl ist keine ferne Vergangenheit, sondern bis heute Realität – auch und vor allem in Bayern. Diese Langzeitfolgen zeigen eindrücklich, dass Atomkraft keine beherrschbare und eine hochgefährliche Technologie ist“, erklärt der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe. „Die unsichtbare Gefahr bleibt über Jahrzehnte bestehen, das ist das eigentliche Vermächtnis der Katastrophe.“
Vor diesem Hintergrund kritisiert der BUND Naturschutz die aktuellen Atomkraftvorstöße von Unionfraktionschef Jens Spahn und von Ministerpräsident Markus Söder. „Wer jetzt mit Reaktivierung alter Meiler, dem Bau von Mini-AKWs oder angeblichen Wundertechnologien wie Transmutation liebäugelt, hat aus Tschernobyl und Fukushima nichts gelernt“, so Geilhufe. „Diese Debatten sind gefährliche Ablenkungsmanöver und verzögern den dringend notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien.“ Der BUND Naturschutz fordert die Bayerische Staatsregierung auf, sich klar zur Energiewende zu bekennen: „Die Zukunft liegt in erneuerbaren Energien und Speichertechnologien – nicht in einer enorm teuren und schwer umzusetzenden Renaissance der Atomkraft. Söder muss seine Atomfantasien endlich begraben.“
Der BN verweist abschließend auf den erfolgreichen Atomausstieg in Deutschland als großen Erfolg jahrzehntelangen Engagements der Umweltbewegung. „Dass Deutschland heute aus der Atomkraft ausgestiegen ist, ist ein historischer Erfolg – er wurde gegen massive Widerstände durchgesetzt und schützt Mensch und Umwelt. Er ist ein Erfolg der Demokratie und trägt zur Glaubwürdigkeit von demokratischen Entscheidungen bei“, betont Geilhufe. „Diesen Weg dürfen wir nicht wieder verlassen.“





