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Brenner-Sperrung: BUND Naturschutz fordert weniger Transitverkehr

BN unterstützt Protest gegen Transitlawine am Brenner. Güterverkehr muss besser gesteuert und reduziert werden. Eine Alpentransitbörse und mehr regionale Wirtschaftskreisläufe können helfen.

27.05.2026

Der BUND Naturschutz in Bayern solidarisiert sich mit den Anwohner*innen im Tiroler Wipptal, die am kommenden Samstag gegen die massive Verkehrsbelastung am Brenner protestieren. Zwischen 11 und 19 Uhr wird die A13 Brennerautobahn zwischen Schönberg und Brenner in beide Richtungen gesperrt, auch Ausweichrouten sind für den Durchzugsverkehr gesperrt.

Die stellvertretende BN-Landesbeauftragte Annemarie Räder erklärt dazu: „Die Menschen am Brenner tragen seit Jahren die Lasten eines Systems, das den Straßentransit künstlich billig hält. Lärm, Abgase, Stau und Gesundheitsbelastungen werden auf die Täler abgewälzt, während Speditionen die günstigste Route wählen. Wer den Protest kritisiert, muss endlich Lösungen liefern: angemessene Mautpreise, mehr Güter auf die Schiene und weniger unnötige Transporte.“  

Der Brenner ist für den Lkw-Verkehr besonders attraktiv: 2023 passierten 2,518 Millionen Lkw den Brenner, durchschnittlich 6.900 pro Tag; der Güterverkehr lief zu 73 Prozent über die Straße und nur zu 27 Prozent über die Schiene. Zugleich nahmen 2021 fast ein Drittel des Schwerlastverkehrs am Brenner einen Umweg von mindestens 60 Kilometern in Kauf – ein deutliches Zeichen dafür, dass Kostenvorteile Verkehr anziehen.

„Die Wahrheit ist: Der Straßentransit über den Brenner ist zu günstig. Das Preismodell muss so gestaltet werden, dass sich ein Umweg über den Brenner für die Speditionen nicht lohnt“, so Räder. Zum Vergleich: Im Fréjus-Tunnel kostet eine einfache Fahrt für Lkw mit drei oder mehr Achsen je nach Emissionsklasse bis zu 435 Euro. Am Brenner liegen die Kosten um die 100 Euro, teils sogar deutlich darunter.  

Neben höheren Mautkosten fordert der BN eine europäisch abgestimmte Alpentransitbörse. Dabei wird eine begrenzte Zahl von LKW-Durchfahrtsrechten für einen bestimmten Zeitraum vergeben. Die Schweiz hat mit ihrem Ziel von maximal 650.000 alpenquerenden Lkw-Fahrten pro Jahr bereits eine konkrete Grundlage.

„Wir müssen aber auch die Grundfrage stellen: Wie viele Güter müssen überhaupt durch Europa gefahren werden?“, so Räder. „Mehr regionale Wertschöpfung, langlebige Produkte, Reparatur, Mehrweg- und Kreislaufsysteme, bessere Bündelung von Lieferungen und kürzere Lieferketten sind konkrete Strategien gegen immer mehr Güterverkehr. Nicht jeder Transport ist naturgegeben – viele Transporte sind Ergebnis falscher Preise und globalisierter Wegwerfproduktion.“