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Hitzewelle: BN fordert Klimaanpassungsprogramm für Bayern

Hitze, Trockenheit und Waldbrandgefahr bereits im Mai zeigen die dramatischen Folgen der Klimakrise. Der BUND Naturschutz fordert von der Bayerischen Staatsregierung verbindliche Maßnahmen zum Schutz von Wasser, Wäldern und Landwirtschaft.

27.05.2026

Angesichts der aktuellen Hitze- und Dürresituation in Bayern fordert der BUND Naturschutz (BN) ein umfassendes Klimaanpassungsprogramm für den Freistaat. „Temperaturen von bis zu 34 Grad, extrem trockene Böden und hohe Waldbrandgefahr bereits im Frühjahr sind alarmierende Zeichen der Klimakrise. Die Natur schickt uns eine Rechnung, die wir jetzt bezahlen müssen“, erklärt der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe.

Vor massiven Problemen steht derzeit insbesondere die Landwirtschaft, wie der BN-Agrarexperte Harald Ulmer erklärt: „Bei Getreide ist mit Ertragsverlusten von bis zu 20 Prozent zu rechnen, wenn es nicht bald Regen gibt. Zuckerrüben, Kartoffeln, Wein und Hopfen sind akut von der Hitze und Trockenheit bedroht. Bayerns Bauern sind in Sorge – und das zu Recht. Die Etablierung anderer Anbaukulturen, zur Anpassung an die veränderte Wasserverfügbarkeit, wird jährlich dringlicher.“

Die Landwirtschaft ist jetzt verstärkt auf Bewässerung angewiesen. Beim dafür benötigten Grundwasser ist die Lage aber ebenso dramatisch. In Bayern wird seit 2003 jedes Jahr 13 Prozent zu wenig Grundwasser neu gebildet. Die aktuelle Hitzewelle beschleunigt das Defizit bei der Grundwasserneubildung zusätzlich, Bäche und Fließgewässer führen zu wenig Wasser. Und auch die Waldbandgefahr ist hoch, quer durch den Freistaat herrscht Waldbrand-Gefahrenstufe 4 und 5.  

Der BN fordert konkrete Maßnahmen: 
-    ein besserer Wasserrückhalt in der Fläche, die Strategie „Wasserzukunft Bayern 2050" muss mit konkreten Umsetzungsprogrammen und Finanzmitteln unterlegt werden
-    eine Agrarstrategie, die humusaufbauende Landwirtschaft, wie den Ökolandbau, Agroforstwirtschaft, extensive Grünlandbewirtschaftung und naturnahe Wasserrückhaltung in der Agrarlandschaft fördert
-    die konsequente Renaturierung von Mooren
-    ein beschleunigter Waldumbau hin zu klimaresistenten Mischwäldern mit mehr Personal, mehr Geld und klare Vorgaben für private und kommunale Waldbesitzer
-    Kommunen müssen gesetzlich verpflichtet werden, Hitzeschutzmaßnahmen und mehr Begrünung umzusetzen.

„Die Kosten für Prävention sind deutlich geringer als die Schäden durch Dürren, Waldbrände und Extremwetter“, betont Geilhufe. Die Staatsregierung müsse jetzt ein verbindliches und ausreichend finanziertes Klimaanpassungsprogramm für Bayern auf den Weg bringen.