BN fordert Reduzierung der nächtlichen Beleuchtung
Straßenlampen, Autoscheinwerfer, Leuchtreklame, Flutlichter auf Parkplätzen, Tankstellen und Sportanlagen, Strahler auf Baustellen, Gewerbeflächen und Baudenkmäler – für nachtaktive Insekten kann all dies zur Todesfalle werden, denn sie führt zum Zusammenbruch ihres Orientierungsvermögens. Um das große Insektensterben aufzuhalten, fordert der BUND Naturschutz in Bayern zusammen den Initiatoren dieser bundesweiten Aktion, ein Umdenken bei künstlichen Lichtquellen.
„Von den in Deutschland vorkommenden Insektenarten sind etwa 70 Prozent nachtaktiv. Viele davon sind bereits in ihrem Bestand gefährdet“, sagt die BN-Artenschutzexpertin Dr. Christine Margraf. Für sie steht fest: „Es ist höchste Zeit, die Beleuchtungsdauer zu verkürzen oder in bestimmten Fällen ganz auf nächtliche Beleuchtung zu verzichten. Wir fordern, alle unnötige Beleuchtung wo immer es geht dauerhaft abzuschalten und unverzichtbare Beleuchtung insektenschonend umzustellen. Dies leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Energiesparen und damit zum Klimaschutz!“
Das Problem vieler nachtaktiver Insekten: Sie sehen noch bei sehr geringer Lichtstärke und werden von Licht angezogen. Haben sie eine künstliche Quelle entdeckt, umfliegen sie sie bis zur völligen Erschöpfung und fallen Fressfeinden zum Opfer. Oder die Insekten kollidieren mit der Lampe und werden angesengt. „Ganze Insektenpopulationen können so in der Stadt im Laufe der Zeit zusammenbrechen“, erklärt Margraf. „Dabei spielen Insekten eine zentrale Rolle als Bestäuber für Nahrungs- und Wildpflanzen und als Nahrung für andere Arten wie Vögel oder Fledermäuse“.

