Erdgas-Bohrungen gefährden Trinkwasser für Zehntausende
Die Bürgermeister:innen und die Vorsitzenden der Wasserzweckverbände der Gemeinden im Erdgas-Konzessionsgebiet „Lech Ost“ sowie die Landrätin des Landkreises Lech fordern den bayerischen Wirtschaftsminister Aiwanger auf, die auslaufende Konzession für den Investor MCF Energy nicht zu verlängern. In ihrem heute veröffentlichten Schreiben erklären sie detailliert, wie die geplanten bis zu zehn weiteren Gas-Bohrungen die laufende – und bisher wenig erfolgreiche – Suche nach Trinkwasser in der Region erschweren oder sogar verhindern. Erst nach Anlage neuer Brunnen und Ausweisung neuer Wassereinzugsgebiete könne über weitere Gas-Bohrungen in den verbleibenden, für die Wassergewinnung nicht benötigten Gebieten nachgedacht werden. „Die Versorgung der Bevölkerung im Landkreis mit Trinkwasser ist zentraler Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge und muss Vorrang vor der Suche nach neuen Gasquellen haben“, schreiben die Kommunalpolitiker:innen unterschiedlichster Parteien.
„Damit treffen sie den Nagel auf den Kopf: Hubert Aiwanger steht jetzt vor der Entscheidung zwischen sicherem Trinkwasser für eine ganze Region und Profitinteressen eines privaten Investors“, erklärt Martin Geilhufe, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz. „Die Bohrungen schädigen die Gemeinden in der Region doppelt: Zum einen tragen Förderung und Verbrennung des Gases zur Erderhitzung und damit zum steigenden Wasserbedarf in der Region bei. Und zum anderen gefährden sie ganz direkt die Versorgung mit dem benötigten Wasser. Was die Vertreter:innen der betroffenen Kommunen erkannt haben, müsste auch im Wirtschaftsministerium zu verstehen sein: Die Gasbohrungen in Reichling und der Region schaden der Allgemeinheit. Die Ende dieses Monats auslaufende Konzession darf nicht verlängert werden, das Gas muss im Boden bleiben!“



