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Gipsabbau im Trinkwassereinzugsgebiet - BUND Naturschutz legt Beschwerde bei EU ein

Die Firma Knauf plant bei Altertheim im Landkreis Würzburg die Errichtung eines Gipsbergwerkes im Trinkwasserschutzgebiet der Stadt Würzburg. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung wurde jedoch nicht durchgeführt. Der BN legt nun Beschwerde bei der Europäischen Kommission ein.

22.05.2026

„Der beabsichtigte Gipsabbau bedeutet eine massive Gefährdung des Grundwasserdargebots im Einzugsbereich der Trinkwassergewinnungsanlage Zeller Quell-Stollen“, so Steffen Jodl, BN-Regionalreferent für Unterfranken. Das geplante Bergwerk würde nur wenige Meter unterhalb des Hauptgrundwasserleiters liegen. Der Grundwasserleiter müsste durchstoßen werden. Zum Abbau sollen Bohrungen und Sprengungen erfolgen. Insbesondere die Sprengungen können zu Grundwassereinbrüchen in das Grubengebäude führen. In einem solchen Fall könnte eine ausreichende Trinkwasserversorgung der Stadt Würzburg und weiterer betroffener Gemeinden mit Trinkwasser nicht mehr sichergestellt werden.

„Dennoch fand keine Umweltverträglichkeitsprüfung statt, denn das angewandte Bergrecht sieht diese nur vor, wenn der Flächenbedarf der übertägigen Betriebsanlagen und Betriebseinrichtungen, wie Schacht- und Stollenanlagen, Werkstätten, Verwaltungsgebäude, Halden und Einrichtungen zur Aufbereitung und Verladung 10 Hektar oder mehr betragen“, stellt die Rechtsanwältin Ursula Philipp-Gerlach fest und kritisiert: „Unberücksichtigt bleibt die untertägige Größe des Bergwerkes mit einer Fläche von rund 700 Hektar! Da damit Auswirkungen auf den Wasserhaushalt außer Acht gelassen werden, wird gegen die Vorgaben der europäischen Richtlinie zur Umweltverträglichkeitsprüfung (RL 2011/92/EU) verstoßen.“

Der BUND Naturschutz bittet daher die Europäische Kommission um ein Einschreiten gegen diese unionsrechtswidrige Rechtslage.