Was interessiert Sie besonders?

Zur Startseite

Eichhörnchen beobachten und melden

Themen

  • Übersicht
  • Klimawandel Bayern

Tiere und Pflanzen

Hummeln im Hitzestress

Die erste große Hitzewelle des Jahres fiel genau in den Zeitraum der bundesweiten Hummel-Challenge. Rund 6.000 Naturbegeisterte meldeten dennoch mehr als 32.000 Hummelbeobachtungen von 23 Arten.

09.07.2026

„Dass sich trotz der großen Hitze so viele Menschen an der Hummel-Challenge beteiligt haben, ist ein starkes Zeichen für das wachsende Interesse am Wildbienenschutz“, sagt Martina Gehret, Projektverantwortliche beim BUND Naturschutz in Bayern. 

Für Hummeln bedeutet große Hitze erheblichen Stress, da sie im Vergleich zu vielen anderen Insekten weniger hitzetolerant sind. Die Temperatur im Nest können sie durch Flügelschlag regulieren, stoßen dabei jedoch bei länger anhaltender Hitze an ihre Grenzen, besonders wenn gleichzeitig die Nahrung knapp wird. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass hohe Temperaturen ihre Orientierung und den Geruchsinn beeinträchtigen können. Dadurch finden sie Blüten schlechter, die Nahrungssuche wird erschwert und die Versorgung des Nachwuchses kann leiden. Gleichzeitig verkürzen Trockenheit und Hitze die Blütezeit vieler Pflanzen – ausgerechnet dann, wenn Hummelvölker besonders viel Nahrung benötigen. 

Diese Extrembedingungen unterstreichen, wie wichtig die gewonnen Daten sind. „Die Hummel-Challenge ergänzt das standardisierte Wildbienen-Monitoring des Thünen-Instituts Jahr für Jahr um tausende Beobachtungen aus ganz Deutschland. Solche Daten helfen uns, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Auswirkungen von Landnutzung und Klima, insbesondere Wetterextreme, langfristig besser einzuordnen“, so Gehret. 

 Dr. Sophie Ogan vom Thünen-Institut betont in diesem Zusammenhang: „Die Daten der Hummel-Challenge erlauben keine kurzfristigen Aussagen über die bundesweite Bestandssituation. Sie liefern aber wertvolle Hinweise darauf, ob und wie sich neben Veränderungen in der Landnutzung auch Klimaextreme wie Hitzesommer auf einzelne Arten auswirken können. Genau deshalb sind langfristige Erfassungen und eine kontinuierliche Projektbeteiligung durch Bürgerforscher*innen so wichtig.“

Trotz der Hitze wurden in diesem Sommer 23 Hummelarten nachgewiesen – darunter zahlreiche seltene Arten wie Grashummel, Glockenblumenhummel, Mooshummel, Heidehummel sowie Arten der Mittel- und Hochlagen wie die Grauweiße Hummel und die Bergwaldhummel. Solche Nachweise aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands unterstreichen den hohen Wert der bundesweiten Mitmachaktion für die Hummelforschung.

Bei den häufigsten Arten bestätigte sich das bekannte Bild: Der Erdhummel-Komplex belegte mit rund 27 Prozent aller Meldungen erneut den ersten Platz. Es folgten die Ackerhummel (22 Prozent), die Steinhummel (14 Prozent), die Wiesenhummel (8 Prozent) und die Gartenhummel (6 Prozent). Auffällig war insbesondere die Steinhummel, die in diesem Sommer deutlich häufiger gemeldet wurde als in den vergangenen Jahren. Dazu passt auch, dass die seltene Felsen-Kuckuckshummel mehrfach nachgewiesen wurde. Sie legt ihre Eier überwiegend in Nester der Steinhummel und ist für ihre Fortpflanzung auf diese Wirtsart angewiesen. Wo Steinhummeln häufiger vorkommen, ist deshalb auch das verstärkte Auftreten ihres Kuckucks naheliegend.

 

Informationen zur Hummel-Challenge: 

Die Hummel-Challenge findet zweimal jährlich statt: im Frühjahr vom 20. März bis zum 09. April und im Sommer vom 20. Juni bis zum 03. Juli.
https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/hummel-challenge 

https://wildbienen.thuenen.de/hummel-challenge

 

Informationen zum Wildbienen-Monitoring:https://wildbienen.thuenen.de/hummel-monitoring