Wassercent: BUND Naturschutz fordert maximale Transparenz
Die Staatsregierung rechnet mit Einnahmen von etwa 80 Millionen € pro Jahr durch den Wassercent. Der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe erklärt: „Es ist ein wichtiger erster Schritt, dass Bayern als eins der letzten Bundesländer den Wassercent überhaupt eingeführt hat. Wie wichtig ein sorgsamer Umgang mit Wasser ist, führt uns gerade die aktuelle Hitzewelle mit austrocknenden Gewässern, Bäumen und Wiesen sowie immer weiter sinkenden Grundwasserständen drastisch vor Augen. Dafür reicht das aktuelle Gesetz nicht aus. Bei der Mittelverwendung werden wir nun sehr genau darauf achten, dass das Geld, wie im Gesetz festgeschrieben, auch wirklich zweckgebunden für den Wasser- und Trinkwasserschutz eingesetzt wird - hierzu fordern wir maximale Transparenz! “
Der BUND Naturschutz betont in diesem Zusammenhang, dass ein intakter Landschaftswasserhaushalt der effektivste Grundwasserschutz ist. Die Mittel sollten also zum Erhalt und der Renaturierung wasserabhängiger Ökosysteme wie Moore und Auen, für den Rückhalt von Wasser in der Fläche und die Entsieglung von Flächen eingesetzt werden. „Diese Maßnahmen zahlen sich mehrfach aus: Für das Grundwasser, den Hochwasserschutz, die Klimafolgenanpassung und für die Biodiversität“, so Geilhufe.
Daneben ist für den Grundwasserschutz die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft ein wichtiger Baustein. Dadurch werden Gewässer und das Trinkwasser vor Nitrat- und Pestizideinträgen besonders effektiv geschützt. Etwa 5 % der Grundwassermessstellen in Bayern überschreiten den Grenzwert für Nitrat von 50 mg/l, ein Drittel der Messstellen zeigt erhöhte Werte über 25 mg/l.
Sollte für die Mittelverwendung ein beratender Beirat eingerichtet werden - wie etwa von Seiten der Chemieindustrie gefordert – fordert der BN zudem eine ausgewogene Besetzung mit Interessenvertretern sowohl aus der Schützer- als auch auf der Nutzerseite.
Grundsätzlich setzt sich der BN auch weiterhin für Anpassungen im aktuellen Gesetz ein: Für weniger Ausnahmen, eine stärkere Lenkungswirkung und eine gerechtere Ausgestaltung.




