Wasserknappheit: BN fordert konsequenten Wasserrückhalt in der Fläche
Die Situation in Wassermungenau steht exemplarisch für ein Problem, das sich in ganz Bayern zunehmend verschärft: anhaltend hohe Grundwasserentnahmen bei gleichzeitig unzureichender Neubildung. Wassermungau liegt mitten in dem Gebiet, in dem die Reckenberg Gruppe - der Zweckverband für die hiesige Trinkwasserversorgung - sein Wasser gewinnt.
Nach Einschätzung des BN ist die hier beantragte Fördermenge von 4,5 Millionen Kubikmetern pro Jahr nicht nachhaltig, da die tatsächliche Grundwasserneubildung deutlich geringer ausfällt als bislang angenommen. Die Fränkische Rezat und ihre Auen, Feuchtbiotope, Wälder und landwirtschaftliche Flächen werden zunehmend beeinträchtigt. Diese Entwicklung zeigt, welche Folgen eine übermäßige Grundwasserentnahme künftig auch in anderen Teilen Bayerns haben kann.
„Wassermungenau ist kein Einzelfall, sondern ein Warnsignal für viele Regionen in Bayern. Wer unser Trinkwasser langfristig sichern will, darf nicht erst reagieren, wenn Schäden sichtbar werden“, erklärte der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe. „Wir müssen Wasser sparen und endlich dafür sorgen, dass mehr Wasser in der Fläche zurückgehalten wird, versickern kann und dem Grundwasser wieder zugutekommt.“
Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser bedeutet nicht nur geringere Entnahmen. Ebenso wichtig ist es, Wasser dort zu halten, wo es fällt: durch Entsiegelung, bessere Versickerung, Schutz und Wiederherstellung von Auen, klimaangepassten Waldumbau und weitere Maßnahmen, die den Wasserrückhalt in der Fläche verbessern. Gerade in Regionen mit Wassermangel sollten Entnahmegenehmigungen künftig nur noch dann erteilt oder verlängert werden, wenn sie an verbindliche Gegenmaßnahmen gekoppelt werden. Dazu zählen insbesondere Maßnahmenpläne zur Grundwasserneubildung, zum Wassersparen und zum Schutz wasserabhängiger Ökosysteme.
„Das heißt nicht nur, Entnahmen zu begrenzen. Entscheidend ist, dass Auen geschützt, Flächen entsiegelt, Versickerung gefördert und Maßnahmen zur Grundwasserneubildung verbindlich vorgeschrieben werden“, erklärte Renate Götzenberger, stellvertretende Sprecherin des BN-Arbeitskreises Wasser.
Am Fall Wassermungenau zeigt sich exemplarisch ein Problem, das in ganz Bayern an Bedeutung gewinnt: Sinkende Grundwasserstände, zunehmende Trockenphasen und wachsende Nutzungskonflikte erfordern ein Umdenken in der Wasserpolitik. Der BN fordert deshalb ein landesweites Wasserkonzept, das Trinkwasserversorgung, Ökologie und regionale Versorgungssicherheit zusammen denkt und dem Wassersparen sowie dem Wasserrückhalt deutlich mehr Gewicht gibt. Maßnahmen zur Grundwasserneubildung müssen bei der Erteilung von Genehmigungen von Anfang an mitgedacht, festgeschrieben und verbindlich vorgeschrieben werden. Der seit 1. Juli erhobene Wassercent ist aus Sicht des BN dabei ein wichtiger Schritt, muss aber deutlich konsequenter als Lenkungsinstrument genutzt werden. Die Einnahmen müssten transparent und zweckgebunden in den Schutz von Grundwasser und Trinkwasser fließen – etwa in Renaturierung von Auen, Entsiegelung, Wasserrückhalt in der Fläche, bessere Datengrundlagen und Monitoring.
Für den BN ist klar: Nur ein intaktes Ökosystem und ein stabiler Wasserhaushalt sichern langfristig gutes Trinkwasser. Wassermungenau macht deutlich, dass Bayern dringend vom einseitigen Fokus auf Wasserentnahme zu einem vorsorgenden Wassermanagement kommen muss.



