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Wie können Bäume sinnvoll gegossen werden

Gerade die Bäume, die unsere Städte kühlen sollen, geraten zunehmend selbst an ihre Belastungsgrenze. Der BUND Naturschutz gibt Tipps, wie man helfen kann und gleichzeitig nicht zu viel Wasser verschwendet.

03.07.2026

Der BUND Naturschutz in Bayern ruft dazu auf, bestimmten Bäumen in der Stadt oder im eigenen Garten bei extremer Hitze und Trockenheit zu helfen. „Viele Schäden beginnen unsichtbar unter der Erde, lange bevor sich erste Symptome in der Baumkrone zeigen. Deshalb ist es wichtig, auf die Bedingungen im Wurzelbereich zu achten und Bäume bei Trockenstress zu bewässern“, erklärt die BN-Baumexpertin Martina Gehret anlässlich des Tags der Gießkanne am Samstag, 04. Juli.  

Stadtbäume sind natürlichen Klimaanlagen. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung und verbessern die Lebensqualität gerade an heißen Sommertagen. „Gerade Straßenbäume, junge Bäume und Bäume an stark versiegelten Standorten brauchen in Hitzeperioden zusätzlich Wasser. Wer richtig gießt, kann einen ganz konkreten Beitrag zum Erhalt dieser wichtigen grünen Infrastruktur leisten“, so Gehret. „Dabei ist es wichtig, Wasser gezielt sparsam einzusetzen. Nicht jeder Baum braucht zusätzliches Gießen, aber dort, wo Trockenstress besonders stark ist, kann es überlebenswichtig sein.“

So können Bürger*innen helfen: 

  • Regen- oder Brauchwasser nutzen: Aufgefangenes Regenwasser oder sauberes Brauchwasser schont wertvolles Trinkwasser. Aufrufe der Kommunen mit Wasser sparsam umzugehen unbedingt befolgen und dann kein Trinkwasser verwenden. 
  • Selten, dafür gründlich gießen: Statt täglich kleine Mengen zu verteilen, besser ein- bis zweimal pro Woche durchdringend wässern. Je nach Baumgröße können etwa 50 Liter bei jungen Bäumen sowie 100 bis 150 Liter bei Altbäumen sinnvoll sein.
  • Langsam gießen: Das Wasser sollte nach und nach in die Baumscheibe einsickern und nicht oberflächlich abfließen. Bei stark ausgetrocknetem Boden hilft es, zunächst eine kleinere Wassermenge vorzulegen und anschließend gründlich nachzugießen.
  • Morgens oder abends wässern: Dann verdunstet deutlich weniger Wasser als in der Mittagshitze.
  • Mulchen mit Augenmaß: Eine lockere Mulchschicht auf der Baumscheibe hilft gegen Austrocknung. Dabei den Wurzelhals unbedingt frei lassen, damit keine Fäulnis entsteht und der Baum ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.  
  • Wasser dort einsparen, wo es weniger dringend gebraucht wird, etwa beim Rasen oder bei Flächen, die sich nach Trockenheit wieder erholen.

Mit der kostenlosen Mein Baum-App des BUND Naturschutz können Bürger*innen Bäumen zusätzlich helfen. Mit der App können Stadt-, Dorf- und Privatbäume erfasst, Baumarten bestimmt, Standorte dokumentiert und Veränderungen am Baum festgehalten werden. Zwar kann die App nicht sichtbar machen, was sich im Boden abspielt, wohl aber die Folgen am Baum dokumentieren – etwa Kronenschäden, Trockenstress oder andere Veränderungen.

„Mit der Mein Baum-App wird aus Aufmerksamkeit konkretes Handeln. Jeder erfasste Baum liefert wertvolle Informationen, die helfen können, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und Hinweise darauf zu geben, wo Bäume besonders unter Stress stehen und wo Handlungsbedarf besteht. Gleichzeitig wächst eine Datengrundlage, die für Kommunen, Fachleute und engagierte Bürger*innen gleichermaßen von Bedeutung sein kann“, betont Gehret, die auch Projektverantwortliche der Mein-Baum-App ist.  

Mehr Infos unter:

www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/stadtbaeume-giessen

www.bund-naturschutz.de/mein-baum