Was interessiert Sie besonders?

Zur Startseite

Eichhörnchen beobachten und melden

Themen

  • Übersicht
  • Klimakrise

Tiere und Pflanzen

BN-Vorstand besucht Regensburg: BUND Naturschutz fordert Umdenken bei Stadtplanung

Der BN-Landesvorstand besuchte an diesem Montag wichtige Projekte der Kreisgruppe in Stadt und Landkreis Regensburg und stellte fest: Naturschutz und Stadtentwicklung dürfen nicht als Gegensätze betrachtet werden. Nur dort, wo Natur und Umwelt intakt sind und die Menschen sich wohl fühlen, ist auch eine wirtschaftlich erfolgreiche Entwicklung dauerhaft möglich.

30.03.2026

Stellvertretend für zahlreiche geplante Eingriffe in schützenswerte Biotope und Landschaften im Regensburger Stadtgebiet besuchte der BN-Landesvorstand die bedrohten Schlämmteiche der ehemaligen Zuckerfabrik bei Irl. Der BN-Kreisvorsitzende Raimund Schoberer wies dabei auf ihre Bedeutung als „Hotspot der Artenvielfalt“ im Stadtgebiet hin und stellte die Pläne für ein drohendes Gewerbegebiet vor: „Auch wenn wir hier ein Beispiel für Natur aus zweiter Hand vor uns haben, ist es als Lebensraum für viele seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten nicht minder wertvoll. Die BN-Kreisgruppe Regensburg wird sich weiter dafür einsetzen, dieses Areal zu erhalten und es dauerhaft zu schützen“, so Schoberer und betont: „Man darf nicht vergessen, dass die Stadt Regensburg 2012 Gründungsmitglied der ‚Kommunen für biologische Vielfalt‘ war.“ Derzeit ist eine Klage des BN gegen den Bebauungsplan beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof anhängig.

Ein weiterer Besuchspunkt war das als FFH-Gebiet geschützte Regental bei Sallern, durch das eine Brücke mit der geplanten Nordspange gebaut werden soll und darüber hinaus der Ausbau des Lappersdorfer Kreisels vorgesehen ist. „Dies brächte viele Autos und Lastwagen mit Lärm, Feinstaub und Abgasen in die Stadt. Außerdem müsste ein kleiner Stadtwald mit hunderten Bäumen gerodet und das Schutzgebiet Regentalaue durchschnitten werden,“ so Schoberer. Der BUND Naturschutz setzt sich dafür ein, Mobilität in Stadt und Umland neu zu denken und mit einem Verbund von Verkehrsmitteln Umweltbelastungen zu verringern. Für ein geplantes Bürgerbegehren dagegen liegen schon weit über 5.000 Unterschriften vor.

Die stellvertretende BN-Vorsitzende Beate Rutkowski appellierte an den neu gewählten Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger und die Mitglieder des Regensburger Stadtrats: „Stellen Sie umstrittene und umweltbelastende Projekte auf den Prüfstand und richten Sie die Stadtplanung verstärkt umwelt- und naturfreundlich aus. Dies dient den Menschen und letztendlich auch einer zukunftsfähigen wirtschaftlichen Entwicklung. So wie an der geplanten Sallerner Regenbrücke sehen wir vielerorts in Bayern überzogene Straßenplanungen, die Natur zerstören, Lebensräume zerschneiden und zur Erzeugung gewaltiger Mengen CO2 beitragen. Das dafür benötigte Geld fehlt dann vielerorts für die Erhaltung der bestehenden Straßen, die Sanierung von Brücken und den Ausbau umweltfreundlicher Verkehrsmittel.“

Rutkowski weiter: „Auch wenn derzeit Natur- und Umweltschutz unter Druck geraten sind, steht der BUND Naturschutz zu den Regeln und Gesetzen, die über Jahrzehnte erkämpft wurden und die Grundlage für saubere Luft, sauberes Wasser und intakte natürliche Lebensräume bilden.“

Der BN-Landesvorstand besichtigte ferner eine der drei Eichhörnchenbrücken, die der BUND Naturschutz in Kooperation mit der Stadt Regensburg eingerichtet hat. Mit einer Wildkamera konnte beobachtet werden, dass einzelne Tiere das aufgespannte Seil bereits nutzten, um gefahrlos die stark befahrene Straße zu überqueren. „Herzlichen Dank von Seiten des Landesvorstands an alle, die sich aktiv für den Natur- und Umweltschutz in und um Regensburg einsetzen“, so die stellvertretende BN-Landesvorsitzende Doris Tropper abschließend.