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Geschichte von Berta Habersack, Gästehaus und Wartaweil

Berta Habersack war früh vom Naturschutzgedanken inspiriert, der Bau der Generalsvilla Habersack kommt heute allen Besucher*innen des Naturschutz- und Jugendzentrums Wartaweil zugute. Erfahren Sie mehr über die Geschichte des Gästehauses und die Herkunft des Namens Wartaweil.
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- document.getElementById('c227735').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">2 Woher kommt der Name Wartaweil?
- document.getElementById('c227736').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">3 Geschichte von Schloss Wartaweil
Die Villa Habersack wurde in mehreren Bauepochen ab 1899 am Ostufer des Ammersees als eines der ersten Häuser erbaut. Auftraggeber waren der königlich bayerische General der Artillerie Ferdinand Habersack zusammen mit seiner Frau Berta Habersack. Als der General starb und die Witwe Habersack das Seegrundstück samt Haus erbte, stiftete sie die Villa nach ihrem Tod dem BUND Naturschutz im Jahr 1957. Bedingung war ein Forschungs-, Lehr- und Bildungsauftrags, da sie schon immer von der Natur begeistert und von dem Artenreichtum des Geländes inspiriert war: Von der Natur rund um das Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil profitieren noch heute alle Besucher*innen.
Berta Habersack – eine frühe Naturschützerin

Vor der Jahrhundertwende wurden am Ammerseegebiet Manöver abgehalten, denen der königlich bayerische General der Artillerie, Ferdinand Habersack, zugeordnet war. Er fand diese Gegend so schön, dass er davon nicht mehr loskommen wollte. Mit dem Fahrrad wurde von Mühlfeld bis Fischen die Gegend abgeradelt – und endlich, im Jahre 1898, war es soweit, dass ein Herrschinger und zwei Erlinger Bauern einen Grund an Habersack verkauften.
Im Jahre 1938 starb General Habersack und seine Frau Berta wurde Alleinbesitzerin dieses Grundstücks mit 800 Metern Seeufer. Frau “General” Habersack, die der damaligen Sitte nach überall so betitelt wurde, hatte sich schon seit Kindesbeinen an mit Fragen des Natur- und Tierschutzes beschäftigt.
Berta Habersack war am 16. Juni 1871 als Tochter eines angesehenen Juweliers in der Münchner Innenstadt geboren worden. Drei Viertel ihres Lebens verbrachte sie in Wartaweil. 1947 stellte sie ihr Haus dem BUND Naturschutz für Kurse und Lehrgänge zur Verfügung und im Jahre 1957 schenkte sie ihren Besitz zur Verwendung für Naturschutzzwecke dem BN. An dieser Stelle möchten wir auch den damaligen, unvergessenen Geschäftsführer des BUND Naturschutz, Luitpold Rueß erwähnen, der sich um die Schenkung Wartaweil sehr verdient gemacht hat.
Am 15. Januar 1959 starb Frau Habersack im 88. Lebensjahr. Ihrem Wunsche gemäß wurde die Urne in ihrem selbst bepflanzten Wartaweiler Park beigesetzt.
Geschichte von nachhaltigem Handeln in Wartaweil
Berta Habersack hatte mit ihrem Stiftungsgedanken, ihr Anwesen dem Bund Naturschutz zu überschreiben, die Bedingung verknüpft, dass auch zukünftige Generationen den Naturschutzgedanken bewusst betonen und fördern. Sie selbst handelte schon früh umsichtig und nachhaltig, indem sie beispielsweise für Arbeiten an der Villa nur Handwerker aus ihrer Gemeinde Erling beschäftigte und den Einkauf fast ausschließlich in der Erlinger Kramerei vornahm. Damals hatte die Gemeinde Erling niedrige Gemeindesteuern und der Andechser Bierpfennig verhalf Erling zu einer der bestsituierten Gemeinden im Umkreis.
Von der sozialen Einstellung Berta Habersacks zeugt die Verfügung, wonach ihr guter Hausgeist, Fräulein Karoline Siler (in Alt-Erling und Alt-Herrsching nur als “Lini” bekannt), in die Stiftungsurkunde miteinbezogen wurde und freie Wohnrecht bis zu ihrem Lebensende erhielt.
In einem von Dr. Wünnenberg verfassten Nekrolog über Frau Habersack heißt es: “Wie kommt diese Frau zu dieser Tat? Eine sehr lebendige, alte Dame tritt uns entgegen. Die Kultur einer vergangenen Epoche spiegelt sich warm und herzlich in ihren Augen – etwas, das heute unwiederbringlich verloren scheint. Ein Geist, für den das Materielle nur eine untergeordnete Rolle spielt, dazu eine angeborene und im hohen Alter immer zu spontaner Begeisterung aufgelegte Naturliebe.”
Woher kommt der Name Wartaweil?
Wartaweil ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Herrsching und erstreckt sich von Herrsching aus ca. 3 km südlich am Ostufer des Ammersees. Hier gibt es einige besondere Orte, Menschen und Geschichten, die den Ort prägen.
Der ehemalige Kulturreferent der Gemeinde Herrsching, Gustl Empfenzeder, hat in einem kleinen Heft "Herrsching-Wartaweil – Herrschinger Hefte zur Pflege der Dorfgemeinschaft (Folge 7)" einige dieser Orte und Menschen vorgestellt: Würde man eine Quizfrage stellen, bei der ein Ort zu erraten sei, der keine gemeindlichen Straßen und Plätze besitzt, in dem jedoch jeder Bewohner freien Zugang zu einem Badestrand hat, dann würde man zunächst an eine Insel in Friesland denken, aber nicht an Wartaweil in Oberbayern.
Einöde "Zur weißen Säule"
Es gibt ganz wenige Orte in Bayern, die aus einer Imperativform den Ortsnamen bilden. Die Einöde Luginsland bei Erlangen, Siedafür in der Oberpfalz und die Ortschaft Sixnitgern im Aichacher Gebiet mögen in diese Reihe gehören – zusammen mit unserem Wartaweil.
Erst seit 1808 tritt Wartaweil als selbständige Siedlung auf. Die Einöde hatte zunächst den Namen “Zur Weißen Säule” nach einer im Jahre 1629 errichteten Tuff-Säule, die weiß gekalkt als Orientierungszeichen für den Übersetz-Verkehr diente.
Dieser Fährbetrieb wurde von Dießener und Albaner Fischern wahrgenommen. Vor allem waren es Wallfahrer nach Andechs, die hier übergesetzt wurden. Dieses Recht der Personenbeförderung stand nur den Fischern zu. Fischermeister Ernst konnte noch von seinem Großvater erfahren, wie verantwortungsreich dieser Dienst war.
Ab 1826 wohnte in der Nähe der “Weißen Säule” dauerhaft ein Fischer, der aus Mühlfeld zuzog und sich ebenfalls als Fährmann betätigte.
Aus "Wart's a weil" wird Wartaweil
Dass bei vollem Boot die Zurückbleibenden mit dem Ruf “Wart's a Weil” vertröstet wurden, muss angenommen werden. Die eigentümliche Form für “Zeit lassen” den Ausdruck “da Weil lassn” zu verwenden, ist im altbayerischen Sprachgebrauch üblich. In der amtlichen Statistik von 1904 wird Wartaweil als Ortsteil von Erling mit zwei Wohngebäuden und sieben Einwohnern ausgewiesen.
Geschichte von Schloss Wartaweil
Mit der im Grundbuch eingetragenen Villa ist das Schlösschen Wartaweil gemeint – nicht zu verwechseln mit der Villa Habersack, die heute als Gästehaus des Naturschutz- und Jugendzentrums Wartaweil dient. Sollte Davis George der Erbauer dieses idyllischen Schlösschens sein? Die Quellen sind sich darüber nicht einig.
Die Erbauung erfolgte kurz vor der Jahrhundertwende. Ein gewisser Dr. Schweizer meldete den Schlossbau um 1890. Der Bauherr sollte ein Engländer oder ein Amerikaner gewesen sein. Er sprach wohl englisch und genauer unterschied man wohl damals nicht.
Der Münchner Gastwirt Florian Berchtold hat den Besitz im Jahre 1898 erworben, jedoch bereits ein Jahr später wird als Eigentümer ein Davis George ins Grundbuch eingetragen. Er sei Kunstmaler und wohnhaft in Pasing. Die Kaufsumme wird mit 9500 Goldmark angegeben.
Sollte dieser Davis George der besagte Engländer oder Amerikaner sein, der das Schloss mit dem eigentümlichen “Neuschwanstein-Stil” erbauen ließ? August Pittino, ein aus der Provinz Udine stammender Maurermeister, war bereits bei der Erbauung des Schlösschens dabei.
Schloss-Café Wartaweil bis 1965
Am 18. April 1907 wurde der Münchener Arzt Dr. Karl Franke Eigentümer. Jahrzehnte hindurch war diese Familie mit Wartaweil verbunden. Ein kleiner Besitz gehört den Nachkommen von Dr. Franke in Oberhausen. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde Wartaweil Bedarfs-Anlegestelle der Ammersee-Schifffahrt. Zwei Vormittags- und drei Nachmittagskursfahrten legten am Wartaweiler Steg an. Ein kleiner Kiosk bot Erfrischungen an. Von Bedeutung für den Fremdenverkehr war die Eröffnung des Restaurationsbetriebes im Schloss, dazu kam ein Segelboot-Steg für Gäste vom anderen Ufer. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde bis 1965 der Betrieb als Schloss-Cafe Wartaweil weitergeführt. Der letzte Wartaweiler Cafetier war Christian Schrauf – ein Herrschinger, der die Gaststätte vorbildlich führte. Die Bettenkapazität (13 Fremdenbetten) war gering.
Der Augsburger Industrielle und Kaufmann Otto Schnitzenbaumer erwarb den Betrieb. Das Schloss wurde umgebaut, es verlor die zinnenbewehrten Türme. Die Neugestaltung fügt sich gut in die Landschaft ein, der Schlosscharakter blieb gewahrt.






