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Niedermoorverbund Dachau-Freising-Erding

Klimakrise und Artenschwund haben den Moorschutz in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Mit dem Verbund dreier ehemals zusammengehöriger Moore leistet der BN seit 2023 einen wertvollen Beitrag zum Klima-, Arten-, Biotop- und Hochwasserschutz.

Moorreste verbinden

Moore sind wichtige Klimasenken sowie Lebens- und Nahrungsraum vieler Arten. Im Niedermoorverbund-Projekt in der Münchner Schotterebene sollen die verbliebenen Moore der Landkreise Fürstenfeldbruck, Dachau, Freising und Erding besser verbunden und so aufgewertet werden.

Vielfalt erhöhen

Das Projektgebiet ist das zweitgrößte Niedermoorgebiet im Freistaat. Wenn die ehemals verbundenen Moorflächen wieder besser vernetzt werden, dient das der Arten- und Biotopvielfalt, schafft neue Lebensräume und drosselt beziehungsweise stoppt den Torfrückgang.

Austausch fördern

Die verbliebenen niedermoortypische Arten im Projektgebiet sind stark voneinander isoliert. Trittsteine sollen die Biotope besser vernetzen und den genetischen Austausch sicherstellen. Dadurch entstehen widerstandsfähigere Bestände, die Veränderungen wie den Klimawandel oder Extremwetterereignisse besser überstehen können.

Der Schutz von Feuchtgebieten und die Wiedervernässung von Mooren hat in den letzten Jahren in Zusammenhang mit Klimaschutz und Anpassung an die Klimakrise immer mehr an Bedeutung gewonnen. Die Klimagas-Emissionen durch gestörte und die Senkenfunktion intakter Moore sind dabei wichtige Aspekte. Aber auch ihre Funktion als Lebens- und Nahrungsraum seltener Arten macht Moore zu einer besonders schützenswerten Landschaft. Das Projekt „Biotopverbund und Moorschutz im Niedermoorverbund Dachauer-Freisinger-Erdinger-Moos“ soll verbliebene Moore aufwerten und besser miteinander verbinden.


Die Niedermoorachse Dachau-Freising-Erding

Das Projektgebiet liegt am nördlichen Rand der Münchner Schotterzunge und erstreckt sich über vier Landkreise: Fürstenfeldbruck, Dachau, Freising und Erding. Es ist nach dem Donaumoos das zweitgrößte Niedermoorgebiet Bayerns. Die Überreste der ehemals großen, miteinander verbundenen Moorflächen sind heute besonders wertvoll für den Naturschutz. 

  1. Maisacher Moos: (810 ha), Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck
  2. Dachauer Moos: Krenmoos, Saubach, Schwebelbach, (640 ha), Landkreis Dachau
  3. Freisinger Moos: Bachinger Moos (38 ha) und Sünzhauser Moos (141 ha), Landkreis Freising 
  4. Erdinger Moos: Gfällach (6,4 ha), Landkreis Erding

Projektziele:

  • die noch vorhandene niedermoortypische Arten- und Biotopvielfalt in den drei Landkreisen erhalten und verbessern,

  • bereits stark veränderte Lebensräume wiederherstellen und niedermoortypische Lebensräume neu schaffen,

  • Biotopverbund verbessern,

  • den Torfrückgang reduzieren oder sogar stoppen, 

  • das gesamte Ökosystem Moor stärken.

Maßnahmen:

  • Anhebung des Wasserstandes in ausgewiesenen Kernzonen,

  • Abflachung von Entwässerungsgräben und Anheben der Grabensohle,

  • Schaffung von Gewässerrandstreifen,

  • Entbuschung,

  • extensive Grünlandnutzung in Form von Beweidung oder Mahd,

  • angepasste Pflege für bestimmte Arten,

  • Förderung artenreicher Mähwiesen und Streuwiesen durch Extensivierung und angepasste Mahd,

  • Anlage von Feuchtbiotopen (temporäre Kleingewässer oder Tümpel).

Die Flächen des Projektgebiets wurden bewusst über das gesamte Niedermoorgebiet verteilt, weil der der Fokus auf dem Biotopverbund liegt. Die noch vorhandenen niedermoortypischen Arten wie die Bekassine, Waldwiesenvögelchen, Riedteufel oder Duftlauch sind heute größtenteils durch die Zerschneidung der Landschaft und die intensive Nutzung von Mooren stark voneinander Isoliert. Dadurch bereits bedrohte Arten sind durch Veränderungen wie den Klimawandel besonders betroffen.

Werden vorhandene Biotope gestärkt und durch Trittsteine besser verbunden, leistet dies einen erheblichen Beitrag zum Artenerhalt. Es ermöglicht einen genetischen Austausch zwischen verschiedenen Populationen, was gesündere und robustere Bestände zur Folge hat. Je größer und vernetzter die Vorkommen sind, desto besser sind sie vor dem Aussterben durch punktuelle Extremereignisse wie Hagelschlag oder starke Trockenheit geschützt.