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40 Jahre Tschernobyl: BN gedenkt der Atom- Katastrophe

Anlässlich des 40. Jahrestages des Atom-Unfalls von Tschernobyl hat der BUND Naturschutz in Bayern zu einer zentralen Gedenkveranstaltung nach Bamberg eingeladen. Am Tschernobyl-Denkmal auf dem Landesgartenschaugelände gedachten zahlreiche Gäste der Opfer der Katastrophe.

24.04.2026

Bei der Auftakt-Veranstaltung am Sonntag im Gemeindezentrum der Erlöserkirche erinnerte der BN-Ehrenvorsitzende Hubert Weiger an die dramatischen Tage nach dem Unfall: „Der Reaktorunfall war die schlimmste Umweltkatastrophe meines bisherigen Lebens. Er hat gezeigt, dass Atomenergie eine nicht beherrschbare Hochrisikotechnologie ist. Zugleich wurde deutlich, dass selbst in demokratischen Systemen Informationen bagatellisiert und zurückgehalten werden. Die damalige Bundesregierung wurde ihrer Verantwortung gegenüber der Bevölkerung nicht gerecht. Umso wichtiger waren unabhängige Institute, Krankenhäuser und Universitäten, die Messwerte veröffentlicht und gemeinsam mit Organisationen wie dem BUND für eine glaubwürdige Aufklärung gesorgt haben.“

Der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe warnte vor einer Verharmlosung der Atomenergie im aktuellen politischen Diskurs: „Atomkraft wird wieder als Zukunftstechnologie dargestellt. Doch Mini-Atomkraftwerke sind nicht sicherer, die Endlagerfrage ist ungelöst und durch internationale Konflikte ist das Risiko schwerer Atomunfälle sogar gestiegen.“ Beim abschließenden Gedenken am Tschernobyl-Denkmal betonte Geilhufe: „Vierzig Jahre nach Tschernobyl gibt es keinen Grund zur Entwarnung – aber allen Grund zur Verantwortung. Diese Verantwortung gilt den Opfern von damals, den Menschen von heute und den kommenden Generationen.“

Patricia Lorenz, Anti-Atom-Sprecherin von GLOBAL 2000/Friends of the Earth wurde per Video zugeschaltet, sie betonte: „Eine Renaissance der Atomkraft heißt: massive öffentliche Mittel, vergünstigte Kredite und Stromabnahmegarantien für 40 bis 60 Jahre zu sehr hohen Preisen, die für AKW-Neubauten gewährt werden müssten. Denn private Investoren gibt es nicht. Weder für die großen Reaktoren noch für die kleinen SMR, die nicht einmal auf dem Papier sicherer sind. Ganz im Gegenteil, im Sinne der Ökonomie werden dort die Sicherheitskomponenten verringert. Das alles zeigt uns, dass Atomenergie nicht nur ein permanentes Sicherheitsrisiko darstellt, sondern auch ökonomisch ein Irrweg ist."