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Bäume schützen Bürger*innen in Bayern vor Hitze

Hitzewellen, tropische Nächte, aufgeheizte Wohnungen, Einrichtungen und Arbeitsräume machen uns Menschen zu schaffen. Darauf macht der bundesweite Hitzeaktionstag am 11. Juni unter Beteiligung von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, Krankenkassen und Verbänden aufmerksam. Der BUND Naturschutz (BN) ist Partner des Bündnis Hitzeschutz Bayern.

09.06.2026

„Die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Hitzeperioden gefährden die Gesundheit der Menschen schon heute“, erklärt der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe. „Insbesondere Personengruppen mit erhöhtem Risiko, wie ältere Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Menschen mit Behinderungen, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder sind stark gefährdet. Die mit Hitze einhergehenden psychischen und physischen Belastungen wirken sich aber auch bei gesunden Menschen aus, beispielsweise auf die Arbeitsfähigkeit.“ 

Damit Bayern langfristig auf extreme Hitzewellen vorbereitet ist, fordert das Bündnis Hitzeschutz Bayern von der Staatsregierung einen Hitzeaktionsplan zur Prävention hitzebedingter Erkrankungen und Todesfälle, der als Grundlage für die Umsetzung auf kommunaler Ebene dienen sollte. Darüber hinaus sind für extreme Hitzeereignisse mit Temperaturen über 40 °C vergleichbare Vorsorgemaßnahmen erforderlich wie bei Starkregen, Hochwasser, Erdbeben oder Waldbränden.

Der wirksamste natürliche Schutz gegen Hitze sind Bäume – insbesondere in Städten. So wirken Straßenbäume und Parks als natürliche Klimaanlagen. Durch Verdunstung von Wasser von der Blattoberfläche kühlen sie ihre Umgebungstemperatur an heißen Tagen um mehrere Grad Celsius, außerdem spenden sie Schatten. 

Trotzdem verschwinden Jahr für Jahr viele Bäume für immer aus dem Stadtbild. Bis zu 300.000 waren es in Bayerns größten Städten zwischen 2012 und 2022. Demgegenüber standen 250.000 Neupflanzungen im gleichen Zeitraum. Bis diese die Funktionen großgewachsener Bäume erfüllen können, wird es aber noch Jahrzehnte dauern.

„In Stadtzentren ist es in Sommernächten nicht selten bis zu 10 Grad Celsius wärmer als auf dem Land. Deshalb ist vor allen in den Städten der Schutz von Stadtnatur und Bäumen wichtig. Umso erstaunlicher, dass nur wenige Gemeinden Baumschutzverordnungen haben, viele Baumkataster sind lückenhaft“, so Geilhufe. 

Hier setzt die App „Mein Baum“ an. Gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) lädt der BN Bürger*innen ein, zum Schutz von Stadtbäumen beizutragen. Über die gleichnamige kostenlose Smartphone- und Web-App können Nutzer*innen Bäume kartieren und Angaben zu Art, Zustand und Standort machen. „Mit unserem Projekt schaffen wir ein starkes Netzwerk für den Schutz unserer Stadtbäume. Bürgerwissenschaft kann hier ganz konkret helfen, Wissenslücken zu schließen und Maßnahmen voranzubringen“, betont Geilhufe abschließend.  

Das Bündnis Hitzeschutz Bayern besteht aus über 20 Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitssektors und dem BUND Naturschutz im Freistaat. 

Links: 
Klimawandel | Bayerische Landesärztekammer (blaek.de) https://hitzeaktionstag.de/politische-forderungen/https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/mein-baum