Agrarministerkonferenz in Würzburg: Bayern trocknet aus – Jetzt Landwirtschaft für Dürren wappnen!
München, 21.09.2026 - Anlässlich der Agrarministerkonferenz vom 23. bis 25. September in Würzburg fordert der BUND Naturschutz in Bayern (BN) von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und den Agrarministerinnen und -ministern der Länder eine konsequente Antwort auf die zunehmende Hitze und Trockenheit.
Der Sommer 2026 war in Bayern der wärmste seit Beginn der Messungen, gleichzeitig fielen rund 32 Prozent weniger Niederschläge als im langjährigen Mittel. „Dieser Sommer darf nicht als einmaliger Betriebsunfall abgehakt werden. Hitze und Dürre sind längst eine zentrale Herausforderung für unsere Landwirtschaft. Wer die Höfe dauerhaft schützen will, muss dafür sorgen, dass unsere Landschaft wieder mehr Wasser aufnehmen, speichern und in Trockenzeiten zur Verfügung stellen kann“, erklärt der BN-Agrarexperte Harald Ulmer. „Dass im Programm der Konferenz das Thema Wasserhaushalt nicht vorkommt, ist erschreckend! Offensichtlich ist man sich nicht bewusst, welche Herausforderungen hier auf uns zukommen.“
Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Umwelt verliert Bayern jedes Jahr seit 2003 15 Prozent Grundwasser. „Wir müssen jeden möglichen Tropfen in der Landschaft halten!“, betont Ulmer. „Die Agrarpolitik muss deshalb weg von der jahrzehntelangen Entwässerungslogik und hin zu einer Schwamm-Landschaft. Das ist Naturschutz und gleichzeitig ganz konkrete Vorsorge für unsere landwirtschaftlichen Betriebe.“
Der BN fordert von der Agrarministerkonferenz deshalb, den Landschaftswasserhaushalt zu einem Schwerpunkt zu machen. Dazu gehören der Rückbau nicht mehr benötigter Drainagen, die Wiedervernässung von Moorböden, die Wiederanbindung von Auen und eine Gewässerentwicklung, die Wasser stärker in der Fläche zurückhält. Gleichzeitig müssen landwirtschaftliche Betriebe gezielt dabei unterstützt werden, durch Humusaufbau, ganzjährige Bodenbedeckung, vielfältige Fruchtfolgen, Agroforst, Grünland und Ökolandbau die Wasserspeicherfähigkeit der Böden zu erhöhen.
Kurzfristige Hilfen für existenzbedrohte Betriebe stellt der BN dabei nicht grundsätzlich in Frage. Sie dürfen nach Ansicht des Verbandes aber nicht zur agrarpolitischen Dauerlösung werden. „Nach jeder Dürre einfach neues Geld für die Folgen bereitzustellen und anschließend weiterzumachen wie bisher, ist keine Vorsorge“, betont Ulmer.
„Die Landwirtschaft ist auf eine funktionierende Natur angewiesen wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig“, so Ulmer abschließend. „Die Agrarministerinnen und -minister haben in Würzburg die Chance, aus diesem Dürresommer die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Gesunde Böden, lebendige Auen und nasse Moore sind keine verlorenen Flächen – sie sind unsere Versicherung gegen Hitze und Dürre.“





