Autobahngleicher Vollausbau der B12 zwischen Buchloe und Kempten völlig aus der Zeit gefallen
„Der dramatische Krieg im Iran mit den Auswirkungen auf die fossilen Energieträger und den steigenden Energiekosten führt uns erneut die Notwendigkeit einer Verkehrswende vor Augen“, kommentiert Martin Geilhufe, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz. „Der geplante über 50 km lange Bau einer Vollautobahn zwischen Buchloe und Kempten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung konterkariert alle Bemühungen, den Verkehr in Zukunft klimaschonender und krisenresistenter zu gestalten. Das Geld wäre deutlich besser in einen Ausbau des Allgäuer Eisenbahnnetzes investiert!“
„Der Ausbau ist völlig überdimensioniert. Bei Obergermaringen soll die Straße inkl. Lärmschutzwall fast 60 m breit werden“, kritisiert Josef Kreuzer, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Ostallgäu-Kaufbeuren die Planung. Wir appellieren erneut an die verantwortlichen Politiker, sich beim Bundesverkehrsministerium für eine geringer dimensionierte Planung einzusetzen“.
„Mit dem autobahngleichen Ausbau um Kaufbeuren sind auch erhebliche Eingriffe in den Naturraum und zusätzliche Lärmbelastungen für die Stadt Kaufbeuren verbunden“, erläutert Martina Wischhöfer, Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Kaufbeuren. „Insbesondere die geplanten Rodungen von Immissionsschutz- und Klimaschutzwäldern, die teilweise auch als Bannwald ausgewiesen sind, könnten mit einer abgespeckten Planung deutlich reduziert werden.“
„Auch die jetzt eingereichten Unterlagen bestätigen erneut, dass der autobahngleiche Vollausbau der B12 zwischen Buchloe und Kempten eines der klimaschädlichsten Straßenbauprojekte Bayern ist“, so Thomas Reichart, stellv. Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Ostallgäu-Kaufbeuren. „Wollte man die zusätzlichen negativen Klimaauswirkungen des B12 Ausbaus ausgleichen, müssten über 1500 Hektar Allgäuer Moore renaturiert werden.“
Hintergrund:
Der BUND Naturschutz, die Stadt Buchloe und die Gemeinde Jengen haben den ersten Planfeststellungsabschnitt zwischen Buchloe und Untergermaringen bereits beklagt. Über diese Klagen wurde noch nicht entschieden. Der BUND Naturschutz erwägt auch eine Klage für den zweiten Planfeststellungsabschnitt, sollte die Planung wie jetzt beantragt genehmigt werden.





