Weiher, Bäche und Moore trocknen aus
„Unsere Feuchtgebiete in Bayern sind in größter Not“, erklärt der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe. „Wo Moore austrocknen und Quellen und Tümpel versiegen, sterben ganze Lebensgemeinschaften. Amphibien, Wasserinsekten wie Libellen, Wasserkäfer und viele weitere Arten sind in akuter Gefahr – es droht ein Massensterben“.
Aufgrund der Hitze und der Trockenheit sind die Wasserstände vieler Weiher, Moore und Bäche extrem niedrig. Pfützen auf Waldwegen und in Auen sind meist längst ausgetrocknet, damit verlieren Wildtiere ihre Tränken. Die allgemeine Krise der Feuchtgebiete wird gerade noch einmal massiv verschärft, viele der dort lebenden Arten sind auf dem Rückzug. Experten des BUND Naturschutz haben Rückgänge vieler Moorlibellen und Amphibien festgestellt. Dramatisch abgenommen haben etwa Grasfrosch und Kleiner Wasserfrosch. Schlimmer noch: Die Trockenheit verändert die Lebensräume nachhaltig.
Die BN-Artenschutzexpertin und stellvertretende Landesbeauftragte Dr. Christine Margraf erklärt: „Durch sinkende Wasserstände in Mooren und Kleingewässern werden die typischen Sumpfpflanzen und auf Wasser und Feuchtigkeit angewiesene Tierarten durch andere, weit verbreitete Arten trockener Standorte verdrängt. Sie können auch nicht ausweichen, wenn überall das Wasser fehlt.“
Der BUND Naturschutz fordert verstärkte Anstrengungen im Schutz und der Renaturierung von Feuchtgebieten. „Wir brauchen endlich einen konsequenten Wasserrückhalt in der Landschaft“, so Margraf. „Nach wie vor werden Feuchtgebiete großflächig entwässert und trocknen dadurch schnell aus. Wo dagegen Moore, Feuchtlandschaften und Flüsse renaturiert wurden oder der Biber mit seinen Dämmen Wasser zurückhält, ist der Wasserabfluss deutlich verlangsamt. Das brauchen wir auf deutlich größerer Fläche als bisher. Die bisherigen Förderprogramme für Bewirtschafter und die rechtlichen Vorgaben sind hierfür nicht ausreichend und müssen verbessert werden.“
Der BN weist auch darauf hin, dass die Renaturierung von Feuchtgebieten auch ein zentrales Ziel der EU-Natur-Wiederherstellungsverordnung ist und dass intakte Feuchtgebiete nicht nur zur besseren Anpassung an den Klimawandel nötig sind, sondern selbst auch als Klimaschützer wirken.
„Klar ist aber auch: je schlimmer der Klimawandel, desto schwieriger wird die Renaturierung. Wir brauchen daher unbedingt auch beschleunigten Klimaschutz und Ende der Nutzung fossiler Ressourcen“, so Geilhufe abschließend.



