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Bauarbeiten zu SuedLink: Bach im Landkreis Rhön-Grabfeld massiv geschädigt

Wiederholt kam es in den vergangenen Wochen zu massiven Bentonit-Einträgen in die Streu bei Mellrichstadt durch Spülbohrungen bei einer SuedLink-Baustelle. Gefährdet sind seltene Arten wie Bachneunauge, Mühlkoppe und Bachmuschel.

29.04.2026

Bei Eußenhausen soll die SuedLink-Trasse einen Wald unterqueren. Bei den entsprechenden Bohrungen kommt Bentonit mit verschiedenen Zusatzsoffen als Spülsuspension zum Einsatz. „Scheinbar wurde der Untergrund in der Umgebung im Vorfeld aber nicht in ausreichendem Maße untersucht und die Gefahr der Bentonitverfrachtung nicht erkannt. Auch Ausführungsfehler sind denkbar. So konnte die Spülsuspension im karstigen Untergrund über weite Strecken bis zur Streu bei Mellrichstadt fließen, wo sie über Quellen am und im Bach zum Teil wieder ausgetreten ist“, kritisiert Helmut Bär, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Rhön-Grabfeld, den Betreiber TransnetBW.

Der BUND Naturschutz fordert den sofortigen Stopp der Spülbohrungen und umfassende Untersuchungen zu den Einträgen in die Streu. Die Leiterin des BN-Naturschutzreferats Dr. Christine Margraf erklärt: „Der ausgetretene Bentonit führt in der Streu zu einer sichtbaren Trübung und lagert sich am Grund ab. Wir befürchten massive Schäden in diesem europarechtlich geschützten Lebensraum und damit für viele bedrohte Arten, wie der Mühlkoppe, die hohe Ansprüche an die Wasserqualität hat. Welche Auswirkungen die Spülsuspension im Grundwasser und auf die dort lebenden Organismen hat, ist unbekannt – eine Schädigung ist aber anzunehmen.“  
 

„Versuche, den Eintrag und die Ausbreitung von Bentonit im Fließgewässer mit Sandsäcken und Jutesäcken zu unterbinden, schlugen augenscheinlich fehl und zeigen, dass TransnetBW auf derartige Vorfälle nicht vorbereitet ist“, stellt Steffen Jodl, BN-Regionalreferent für Unterfranken fest. „Daher ist ein Stopp der Baumaßnahmen unumgänglich, bis sichergestellt werden kann, dass weitere Einträge ausgeschlossen sind!“