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Bayern muss Waldumbau beschleunigen

Die Klimakrise erhöht auch in Bayern die Gefahr verheerender Waldbrände. Der BUND Naturschutz fordert deshalb deutlich mehr Investitionen in den Waldumbau und eine konsequentere Jagd. Naturnahe Mischwälder sind die beste Vorsorge gegen Hitze, Dürre und Waldbrände.

11.08.2026

Angesichts der Hitzewellen und der damit einhergehenden steigenden Waldbrandgefahr, fordert der BUND Naturschutz in Bayern (BN) die Staatsregierung auf, den Waldumbau deutlich zu beschleunigen und stärker in naturnahe Wälder zu investieren. Der Großbrand am Saurüsselkopf im Mai,  der Waldbrand in der Lackenbergwand Ende Juli und der aktuelle Brand im Manteler Forst bei Weiden sind deutliche Warnsignale.

„Wenn die Staatsregierung den Waldumbau nicht massiver vorantreibt, drohen uns südeuropäische Verhältnisse mit verheerenden Waldbränden“, warnt der BN-Landesvorsitzende Martin Geilhufe. „Mischwälder, naturgemäße Waldbewirtschaftung und mehr Jagd sind der beste Schutz gegen Brände und Waldsterben. Nur vitale Wälder liefern der bayerischen Bevölkerung gesunde Luft und sauberes Trinkwasser und schützen vor Hochwasser und Erosion - außerdem sind sie natürliche Klimaanlagen. Die Staatsregierung muss deshalb deutlich mehr Geld und Personal in den Umbau und die Bewirtschaftung unserer Wälder und die Jagd investieren.“ 

Vor genau 50 Jahren verabschiedete der BN in Lohr am Main ein wegweisendes Waldprogramm für naturnahe und zukunftsfähige Wälder. Seitdem hat sich viel verbessert: Mehr Totholz, mehr alte Bäume, mehr Laubbäume und mehr Naturwälder stehen für einen grundlegenden Wandel der bayerischen Forstpolitik. „Diesen eingeschlagenen Weg gilt es jetzt konsequent weiterzugehen. Die Klimakrise verlangt ein deutlich höheres Tempo beim Waldumbau. Noch immer prägen große, anfällige Nadelforste viele Regionen Bayerns“, so Geilhufe.

Die bisherigen Erfolge reichen aus Sicht des BN nicht aus. Im Rahmen der Waldumbauoffensive wurden zwar seit 2020 rund 90 Millionen Bäume gepflanzt. Etwa 112.000 Hektar Wald wurden im Privat- und Körperschaftswald zu Mischwäldern umgebaut, bis 2030 sollen es 200.00 Hektar werden. „Angesichts der Dimension der Aufgabe ist dies jedoch erst ein Anfang“, erklärt der BN-Wald- und Jagdreferent Ralf Straußberger. „In Bayern warten noch mehr als 620.000 Hektar reine Nadelforste darauf in klimastabile Mischwälder umgewandelt zu werden. Hinzu kommen weitere Hunderttausende Hektar instabiler Wälder. Die Millionen gepflanzter Bäume klingen beeindruckend, entsprechen aber nur rund 0,4 Prozent des vorhandenen Jungwuchses in den ein- bis 20-jährigen Wäldern Bayerns.“

Beim Waldumbau müssen man zudem stärker auf natürliche Verjüngung setzen, betont Straußberger: „Eichelhäher sähen beispielsweise millionenfach und völlig kostenlos Eichen. Alte Tannen in den Bergwäldern verteilen jedes Jahr unzählige Samen. Daraus wachsen kleine Tannenkeimlinge, die auch im Schatten gedeihen und so instabile Fichten ersetzen. Diese klimaresilienten Baumarten können vielerorts aber nur dann nachwachsen, wenn der Wildverbiss deutlich sinkt. Dafür brauchen wir eine konsequentere Jagd und mehr Unterstützung durch die Jägerinnen und Jäger.“

Der BN-Ehrenvorsitzende Hubert Weiger würdigt abschließend das Engagement vieler Beteiligter: „Wir erkennen die großen Anstrengungen vieler Forstleute in der Forstverwaltung und bei den Bayerischen Staatsforsten sowie zahlreicher Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ausdrücklich an. Angesichts der dramatischen Bedrohungslage reicht das bisherige Tempo aber nicht aus. Wir müssen beim Waldumbau endlich klotzen statt kleckern.“

Für den BN ist zudem klar: Damit die Bemühungen im Wald nicht ins Leere laufen, braucht es auch mehr Schutz des Waldes von außen. Das heißt, mehr Klimaschutz und mehr Schutz vor Rodungen.


Für Rückfragen:

Ralf Straußberger, Referent für Wald und Jagd, 
Tel. 0171 738 17 24
E-Mail: ralf.straussberger@bund-naturschutz.de