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Reichswald unter Druck: BN fordert konsequenten Schutz _ Reichswaldfest 2026

Der Nürnberger Reichswald ist die grüne Lunge des Ballungsraums Nürnberg und essenziell für Klima, Artenvielfalt und Erholung. Gleichzeitig steht er durch Klimakrise, Hitzestress, Waldbrandgefahr sowie immer wieder neue Eingriffe, wie etwa durch Infrastruktur- oder Abbauvorhaben massiv unter Druck.

08.07.2026

„Der Zustand des Reichswaldes ist ernst. Hitze, Dürre und Extremwetter setzen dem Wald immer stärker zu. Gerade deshalb wäre es völlig falsch, die letzten zusammenhängenden Waldflächen zusätzlich durch neue Eingriffe zu schwächen. Der Reichswald braucht jetzt vor allem Schutz, Stabilisierung und einen konsequenten Waldumbau hin zu naturnahen, standortgerechten Mischwäldern“, erklärt Prof. Dr. Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des BN. „Besonders alarmierend ist, dass z.B. mit dem geplanten Sandabbau bei Altdorf und dem Umspannwerk bei Ludersheim erneut Projekte im Raum stehen, die wertvolle Wald- und Schutzgebietsflächen bedrohen. Der Naturschutzbeirat bei der Regierung von Mittelfranken hat zuletzt völlig zu Recht festgestellt, dass es beim Umspannwerk Alternativen zum vorgesehenen Standort gibt und Schutzgebietsflächen nicht in Anspruch genommen werden dürfen.“ 

Auch im Nürnberger Stadtgebiet summieren sich die Wald- und Grünverluste seit Jahren. Trotz Bannwaldverordnung und zahlreicher klimaorientierter Konzepte werden immer wieder Baumbestände, Grünflächen und kühlende Freiräume geschwächt oder zerstört. „Wir erleben seit Jahren schmerzliche Waldverluste im Stadtgebiet und direkt an der Stadtgrenze — etwa durch Gewerbe- und Straßenbau, durch Nachverdichtung und durch eine Planung, die die Überhitzung der Stadt noch immer nicht ernst genug nimmt“, sagt Oliver Schneider, stellvertretender Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Nürnberg-Stadt. „Gerade für die ohnehin grünarme und hochverdichtete Stadt Nürnberg ist das ein gravierendes klima- und gesundheitspolitisches Problem. Der Reichswald wirkt als natürliche Klimaanlage für die Region.“ Umso unverständlicher ist es, wenn gleichzeitig wertvolle Bäume, Grünbereiche und Naherholungsflächen leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. „Wichtig ist auch, dass der notwendige Waldumbau behutsam erfolgt. Holzeinschläge dürfen nicht zu großen Auflichtungen im Kronendach führen. Nur so können Waldinnenklima und Verdunstungskälte bewahrt werden und eine zusätzliche Austrocknung der Bestände verhindert werden“ so Schneider abschließend. 

Am 11. und 12. Juli 2026 lädt der BN daher zum Reichswaldfest nach Nürnberg ein. Das große Waldfest findet im Nürnberger Reichswald statt und bietet unter alten Eichen ein Sommerfest mit Führungen, Baumklettern, Kinderprogramm und weiteren Angeboten. „Mit dem Reichswaldfest wollen wir den Wald nicht nur feiern, sondern auch deutlich machen, was auf dem Spiel steht“, sagt Jonas Kaufmann, BN-Regionalreferent für Mittelfranken. „Der Reichswald ist ein Schatz der Region und ein unverzichtbarer Verbündeter im Kampf gegen Hitze, Artenverlust und den Verlust an Lebensqualität. Gerade deshalb laden wir die Menschen ein, zum Reichswaldfest zu kommen, sich zu informieren, mit uns ins Gespräch zu kommen und gemeinsam ein starkes Zeichen zu setzen für den Schutz der grünen Lunge Nürnbergs.“

Das Programm können Sie sich bequem auf der Website des BN herunterladen: https://www.bund-naturschutz.de/termine/reichswaldfest-2026

Für Rückfragen
Jonas Kaufmann
Regionalreferent für Mittelfranken
Telefon 0160 7751831 
E-Mail: jonas.kaufmann@bund-naturschutz.de

Anlagen:
Foto: „Reichswaldfest 2025“
Fotograf: Toni Mader
Foto „Reichswald-Bilanz 2026“
v. l. n. r.: Prof. Dr. Hubert Weiger - Ehrenvorsitzender BN und BUND, Jonas Kaufmann - BN-Regionalreferent f. Mittelfranken, Oliver Schneider – stellv. Vorsitzender d. BN-Kreisgruppe Nürnberg-Stadt
Bildautor: BN
Die Fotos können in diesem Zusammenhang bei Nennung des Fotografen oder BN als Bildautor honorarfrei verwendet werden.