Bürgerinnen und Bürger erfassen und schützen Bäume per App
„Bäume sind unverzichtbar für lebenswerte Städte und Dörfer: Sie kühlen, binden CO₂, filtern Schadstoffe und bieten Lebensraum für zahlreiche Arten. Gleichzeitig leiden sie zunehmend unter Hitze, Trockenheit und Krankheiten. Um sie wirksam schützen zu können, brauchen wir verlässliche Daten. Hier zählen wir auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger“, erklärt der Vorsitzende des BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland Olaf Bandt.
Über die kostenlose Smartphone- und Web-App „Mein Baum“ können Nutzerinnen und Nutzer Bäume kartieren und Angaben zu Art, Zustand und Standort machen. Neu ist der erweiterte Funktionsumfang: Neben der klassischen Erfassung lassen sich nun auch ganze Alleen dokumentieren und Wunschbäume melden. Die Standorte werden per GPS oder manuell erfasst und auf einer interaktiven Karte sichtbar gemacht. Bestehende Einträge können jederzeit aktualisiert werden.
„Viele Städte verfügen zwar über Baumkataster, doch diese sind oft lückenhaft, besonders bei aktuellen Veränderungen. Private Bäume werden in der Regel gar nicht erst in den Katastern erfasst“, erklärt der Vorsitzende des BUND Naturschutz in Bayern Martin Geilhufe. „Die App ergänzt diese Daten sinnvoll und schafft eine wichtige Grundlage für zukünftige Pflanz- und Schutzkonzepte.“ Perspektivisch ist auch ein Datenaustausch mit Kommunen geplant. „Mit unserem Projekt schaffen wir ein starkes Netzwerk für den Schutz unserer Stadtbäume. Bürgerwissenschaft kann ganz konkret helfen, Wissenslücken zu schließen und Maßnahmen voranzubringen“, betont Geilhufe.
Die wissenschaftlichen Partner unterstreichen die Bedeutung des Projekts:
„Städte stehen vor großen Herausforderungen durch Klimawandel und Biodiversitätsverlust. „Mein Baum“ ermöglicht es, Forschung und Engagement der Bevölkerung sinnvoll zu verbinden“, sagt Prof. Dr. Barbara Darr (HSWT).
„Nachhaltige Stadtplanung muss Natur stärker integrieren. Stadtbäume spielen dabei eine Schlüsselrolle für resiliente und lebenswerte Städte“, ergänzt Prof. Dr.-Ing. Stephan Pauleit (TUM).
„Die erhobenen Daten helfen uns, die ökologische Bedeutung von Stadtbäumen künftig noch besser zu verstehen und zu quantifizieren“, erklärt Prof. Dr. Thomas Rötzer (TUM).
Für die Teilnahme genügt es, die kostenlose App herunterzuladen und sich einmalig zu registrieren. Auch Gruppen und Schulklassen können gemeinsam mitmachen. Die erhobenen Daten werden an die Projektverantwortlichen übermittelt. Zudem bietet die App einen Community-Bereich für Austausch und gemeinsame Aktionen.
Mehr Infos unter www.bund-naturschutz.de/mein-baum
Mit dem Stadtbaum-Quiz lädt der BUND Naturschutz dazu ein, das eigene Wissen über Bäume in der Nachbarschaft zu testen. Unter allen Teilnehmer*innen, die bis zum 30. Mai mitmachen, werden zehn attraktive Bestimmungsbroschüren sowie kleine Zusatzpreise verlost. Jetzt mitmachen und mit etwas Glück gewinnen! https://helfen.bund-naturschutz.de/mein-baum-quiz/





