Was interessiert Sie besonders?

Zur Startseite

Eichhörnchen beobachten und melden

Themen

  • Übersicht
  • Klimakrise

Tiere und Pflanzen

Der Osterhase ist in Gefahr!

Der Legende nach versteckt „Meister Lampe“ an Ostern die bunten Eier - noch. Schwindende Lebensräume, Mangel an Kräutern und zunehmender Verkehr machen dem Feldhasen zu schaffen. Beim Ostereinkauf kann jeder helfen.

31.03.2026

Der Feldhase fühlte sich eigentlich mal wohl in der Agrarlandschaft. Heute ist er wie viele andere Arten der Feldflur ein seltener Anblick geworden und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Er braucht artenreiche Kräuter-Nahrung sowie Verstecke vor Fressfeinden und für die Jungenaufzucht. In der intensiv genutzten Agrarlandschaft ist beides selten geworden. Dazu kommen noch die Gefahren durch Straßen und zunehmenden Verkehr sowie generell abnehmender Lebensraum durch Siedlungen und Gewerbegebiete.

„Der Feldhase ist ein Kräuterspezialist. Doch die sind in der intensiven Landwirtschaft selten geworden“, erklärt BN-Artenschutzexpertin Christine Margraf. „Um einen weiteren Rückgang der Hasenbestände zu vermeiden, brauchen wir den Erhalt und die Aufwertung der Landschaft mit blütenreichen Wiesen, Rainen, Säumen, Versteckmöglichkeiten wie alten Heckenbeständen und Brachflächen sowie einen Biotopverbund zur Vernetzung der Lebensräume.“ Davon würden auch viele andere Arten der Agrarlandschaft wie Goldammer, Kiebitz, Grasfrosch oder viele Insektenarten profitieren.

Dramatisch sind in diesem Zusammenhang die Bestrebungen auf EU-Ebene, die Naturschutzgesetze unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus abzubauen. Und gerade in Bayern wird massiv Stimmung gemacht gegen die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur. Der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe unterstreicht: „Die Verordnung ist kein Bürokratiemonster, sondern will genau die Lebensräume wiederherstellen, die nicht nur der Feldhase braucht. Sie ist unsere zentrale Chance, Moore, Wälder und Flüsse zu retten und damit Klima, Artenvielfalt, Ernährung und Lebensqualität zu sichern. Wir erwarten von der Staatsregierung, dass sie diese Verordnung nicht weiter bekämpft, sondern engagiert umsetzt und sich für eine solide Finanzierung durch Bund und EU einsetzt!“ 

Aber auch jeder Einzelne kann beim Ostereinkauf Gutes tun. Bei bunten Ostereiern sollte man nicht auf Käfigeier hereinfallen, denn bei den gefärbten Eiern muss die Haltungsform nicht gekennzeichnet sein. Der BN empfiehlt, Bio-Eier zu kaufen und selbst zu färben. Schokoeier sollten ebenfalls Bio und aus fair-trade Schokolade sein, auch hier kommen keine Pestizide zum Einsatz.

Der Feldhase ist ein Tier mit beeindruckenden Fähigkeiten: Er ist ein Meister der Tarnung mit hervorragendem Gehör. Durch seine langen, kräftigen Hinterbeine ist der Feldhase sehr flink, auf der Flucht erreicht er Geschwindigkeiten von etwa 50 km/h, kurzzeitig sogar bis zu 70 km/h – das ist schneller als ein Rennpferd im Galopp! Dabei schlägt er 90-Grad-Haken und kann bis zu drei Meter hoch und sieben Meter weit springen. Um die Damen zu beeindrucken, liefern sich die männlichen Hasen in der Paarungszeit spektakuläre Boxkämpfe und Wettrennen. Übrigens: Vom Wildkaninchen kann man den Feldhasen durch seine deutlich größeren Ohren unterscheiden.