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Eichhörnchen in Bayern – über 91.000 Beobachtungen

Der BUND Naturschutz zieht eine beeindruckende Zwischenbilanz seines Projekts „Eichhörnchen in Bayern“. Seit dem Start der Mitmach-App vor knapp sechs Jahren wurden 91.000 Eichhörnchen in rund 74.000 Meldungen erfasst. Daten sind wichtig, um Eichhörnchen besser schützen zu können.

20.01.2026

Der BUND Naturschutz zieht auch im neuen Jahr eine überaus positive Bilanz, was das Melden von Eichhörnchen in Bayern angeht. „Die App-Nutzer*innen haben eine einzigartige Datengrundlage geschaffen. Dank ihres Engagements können wir erstmals großräumig nachvollziehen, wo Eichhörnchen leben, wie sie sich anpassen und wo sie besonders gefährdet sind“, erklärt Projektleiterin Martina Gehret. „Dadurch können wir bessere Rückschlüsse für deren Schutz ziehen. Zudem sind Eichhörnchen ein wertvoller Indikator für den Zustand unserer Ökosysteme, vor allem in Wäldern und urbanen Grünräumen, da sie sensibel auf Veränderungen im Nahrungsangebot, in der Lebensraumstruktur und auf Zerschneidung durch Straßen reagieren.“

Seit 2022 sinkt die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Eichhörnchen pro Beobachtung, auch 2025 setzte sich dieser Trend fort. Ob sich hier bereits eine Bestandsabnahme andeutet oder sich das Meldeverhalten verändert hat, ist derzeit noch offen – und eine zentrale Frage für die kommenden Jahre.

Etwa 60 Prozent aller Beobachtungen stammen aus Städten und Siedlungsräumen. Hier profitieren die Tiere von Grünanlagen und Baumbeständen. Wälder, Wiesen und Agrarlandschaften folgen mit deutlichem Abstand. „Dass viele Meldungen aus Städten kommen, bedeutet aber nicht, dass es im Wald weniger Eichhörnchen gibt“, betont Gehret. „In urbanen Räumen sind sie einfach sichtbarer und die Beteiligung an Citizen Science-Projekten ist dort besonders hoch.“

Seit einem App-Update Anfang 2024 können auch Totfunde gemeldet werden. Seither wurden rund 1.150 verendete Eichhörnchen dokumentiert, davon allein 480 im Jahr 2025. Die meisten toten Tiere wurden im Umfeld von Straßen entdeckt. In Regensburg und Zirndorf sanken die Zahlen nach der Installation von Eichhörnchenseilbrücken deutlich. Auch die neue Brücke in der Nürnberger Eichendorffstraße soll künftig Lebensräume verbinden. „Jede Meldung hilft uns, Risiken zu erkennen und gezielte Schutzmaßnahmen umzusetzen. Wo Verkehr zur Todesfalle wird, können Seilbrücken echte Lebensretter sein“, erklärt Gehret.

Die beste Zeit, Eichhörnchen zu beobachten, ist jetzt: Im Winter und im zeitigen Frühjahr sind die Tiere ohne Laub besser zu sehen, zudem beginnt die Paarungszeit. Der BUND Naturschutz ruft deshalb dazu auf, weiterhin genau hinzuschauen und Beobachtungen zu melden. Jede Meldung hilft, die Situation der Eichhörnchen in Bayern besser zu verstehen und sie zu schützen.