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Frankenwald: BN wirbt für mehr Waldumbau

BN zeigt positive Waldumbau-Flächen im Frankenwald. Waldsterben durch Waldumbau eindämmen. Kernbotschaft für alle Wälder Bayerns: Nichthandeln oder zu spätes Handeln führt zu Kahlflächen und erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden. Anstrengungen zum Waldumbau deutlich ausweiten.

27.04.2026

Kronach, 27.04.2026 - Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) hat im Frankenwald im Landkreis Kronach am Montag (27. April) eine Informationsveranstaltung zum Waldumbau durchgeführt. „Anhand dieser gelungen Waldumbau-Flächen, die in den 1970er bis 2000er Jahren entstanden sind, wollen wir zeigen, wie es weitsichtigen Forstleuten früher und heute gelungen ist, rechtzeitig neue Mischwälder unter dem Schirm der Altfichten zu begründen“, so der BN-Ehrenvorsitzende Hubert Weiger.

Bereits 1995 hat der BN Forstdirektor Armin Liebhard mit der Karl Gayer-Medaille geehrt. Liebhard hatte von 1969 bis 1992 als Leiter des Forstamtes Kronach naturgemäß bewirtschaftet. Er baute die Fichtenwälder um, indem er Buchen und Tannen sowie Bergahorn und Lärche pflanzte. Dazu nutze er auch die Lücken, die durch Schneebruch entstanden sind. Großen wert legte er damals schon auf eine Rehwildjagd nach dem Grundsatz „Wald vor Wild“, um die Pflanzungen zu sichern.

Heute prägen riesige Kahlflächen weite Teile des Frankenwaldes, nachdem viele Wälder seit 2018 abgestorben sind. Aus BN-Sicht ist es die schlechteste Option hier weiter zu warten, bis auch die restlichen Fichtenwälder abgestorben sind und die Kahlflächen sich immer weiter vergrößern. So würden nicht nur riesige finanziellen Schäden für Waldbesitzer entstehen, sondern auch die Gefahren durch Hochwasser und Erosion sowie für Trinkwasser in der betroffenen Region ansteigen. Zudem ist Wiederbewaldung dieser Kahlflächen äußerst langwierig, teuer und mit viel Arbeit verbunden.

„Waldumbau ist das Mittel der Wahl“, so Ralf Straußberger, Wald- und Jagdreferent des BN. „Dabei geht es darum, unter dem Schirm der Altfichten eine zukunftsfähige Waldgeneration aus Weißtannen, Buchen und Ahornarten nachzuziehen. Es gilt dabei den Schutz der Altfichten für den Aufwuchs zu nutzen, bevor Borkenkäfer und Windwürfe die Altfichten weiter dahinraffen. Wegen der zunehmenden Dürren- und Hitzewellen drängt die Zeit."

„Wir danken den Försterinnen und Förster der Forstverwaltung und der Bayerischen Staatsforsten für Ihren intensiven Einsatz in den letzten Jahrzehnten“, so Weiger. „Wir appellieren an die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer – auch zum Schutze ihres Eigentums – deutlich mehr Fichtenwälder im Frankenwald umzubauen.“ Sie bekommen die notwendige Beratung und Förderung durch die Forstverwaltung sowie Hilfe bei Holzeinschlag und bei der Pflanzung durch die Waldbesitzervereinigung Kronach-Rothenkirchen.
Sehr wichtig ist auch, dass die Wälder und die Waldbesitzer in dieser Krisensituation mehr Unterstützung durch die Jagd erhalten. So sind in den Jagdrevieren mit zu hoher Verbissbelastung die Abschusszahlen deutlich zu erhöhen. Dort müssen die zu hohen Bestände beim Rehwild und insbesondere beim Rotwild an den Lebensraum angepasst werden.

„Wir wollen mit unserer Info-Veranstaltung dafür werben, die erfolgreichen Beispiele des Waldumbaus im Frankenwald, aber auch in ganz Bayern in die Fläche zu bringen“, so Straußberger. Angesichts von weit über 600.000 Hektar umbaubedürftiger reiner Nadelwälder in ganz Bayern ist das eine riesige Aufgabe, die mit 20.000 bis 30.000 Hektar Waldumbaufläche pro Jahr in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten umgesetzt werden muss. „Dafür ist ein Waldumbauprogramm 2050 mit zusätzlichem Personal bei den Forstbehörden und zusätzlichen Fördergeldern zwingend notwendig“, fordert Weiger.