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Nur 19 Prozent der bayerischen Bäche und Flüsse in gutem Zustand

Zum Weltwassertag am 22. März warnt der BUND Naturschutz vor einer Schwächung zentraler Schutzregeln für Gewässer. Stattdessen braucht es vor allem auch in Bayern mehr Einsatz für unsere wichtigste Ressource. Wasserrahmenrichtlinie und Renaturierungen müssen konsequent umgesetzt werden.

20.03.2026

Der BUND Naturschutz in Bayern zeigt sich anlässlich des Weltwassertags am 22. März besorgt über aktuelle politische Entwicklungen im Wasserschutz. „Auch in Bayern wird derzeit unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus über die Abschwächung oder gar Abschaffung zentraler Schutzregeln für Wasser und Gewässer gesprochen – ein fatales Signal für den Erhalt unserer wichtigsten Ressource!“, erklärt der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe. „Sauberes, ausreichendes Grund- und Trinkwasser sowie lebendige Bäche und Flüsse sind unsere Lebens- und Wirtschaftsgrundlage – wichtiger als einzelne Konzerninteressen.“

Aktuell hat die EU-Kommission auf Druck von Rohstoffunternehmen eine Anhörung zur Wasserrahmenrichtlinie gestartet und einen sogenannten „Stress-Test“ angekündigt. Der BN fordert die Bayerische Staatsregierung auf, sich klar gegen jede Abschwächung dieser zentralen europäischen Richtlinie zu stellen und gleichzeitig ihre Umsetzung im Freistaat deutlich zu beschleunigen. „Weder die Wasserrahmenrichtlinie noch die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur sind Bürokratie, sondern notwendige Schutzregeln für unsere Lebensgrundlagen“, betont Geilhufe.

Der Handlungsbedarf ist groß: Nur 19 Prozent der bayerischen Fließgewässer erreichen derzeit einen guten ökologischen Zustand. Die seit dem Jahr 2000 geltende Wasserrahmenrichtlinie verfolgt das Ziel, Gewässer und Grundwasser in einen guten Zustand zu bringen - ursprünglich bis 2015, spätestens bis 2027. Da dieses Ziel klar verfehlt wird, steht nun die Planung für den nächsten Bewirtschaftungszeitraum bis 2033 an. 

Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die geplante Wiederherstellung von Naturflächen. In diesem Jahr soll ein entsprechender Plan erarbeitet werden, der insbesondere die Renaturierung von Flüssen, Auen und Mooren auch in Bayern voranbringen soll. Diese Maßnahmen stärken nicht nur die Artenvielfalt, sondern verbessern auch den natürlichen Hochwasserschutz, den Klimaschutz, die Vorsorge gegen Dürren sowie die Lebensqualität der Menschen. „Wie wichtig intakte Lebensräume sind, sehen wir aktuell deutlich: Bei unseren Schutzaktionen zur Amphibienwanderung finden wir immer weniger Tiere, nicht zuletzt weil durch zunehmende Frühjahrs-Trockenheit ihre Laichgewässer verschwinden“, so Geilhufe. 

Der BN ruft zudem dazu auf, sich aktiv für den Schutz der Gewässer einzusetzen. Über die EU-weite Petition „Hände weg von der Natur“ (#HandsOffNature) können Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme gegen eine Abschwächung von Umweltstandards erheben.