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Solidarität mit Fukushima-Opfern

Am 11. März jährte sich die Atomkatastrophe von Fukushima zum fünften Mal. Um ihre Solidarität mit den Opfern und der japanischen Anti-Atomkraft-Bewegung zu zeigen, reiste der BN- und BUND-Vorsitzende Hubert Weiger zusammen mit einer BN-Delegation nach Japan. Dort nahmen die BN-Vertreter an Kundgebungen und einem Kongress teil.

Im Bild von links: Hubert Weiger, Richard Mergner und Martin Geilhufe demonstrieren gemeinsam mit Vertretern von Friends of the Earth Japan vor der TEPCO-Zentrale.

14.03.2016

Zum Auftakt demonstrierten Hubert Weiger, der Vorsitzende des BUND Naturschutz in Bayern (BN) und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner und Martin Geilhufe, BN-Referent für politische Kommunikation, gemeinsam mit mehreren Hundert Aktivisten von Friends of the Earth Japan vor der Zentrale des japanischen Atomkraftwerksbetreibers TEPCO in Tokyo. Zudem hielten die drei BN-Vertreter einen Vortrag im japanischen Abgeordnetenhaus.

„Aus den Fukushima-Reaktoren tritt immer noch Radioaktivität aus, gelangt in die Atmosphäre, das Grundwasser und den Ozean. Die Weltgesundheitsorganisation rechnet mit mindestens rund 10.000 strahlenbedingten Krebsfällen, die Hälfte davon mit tödlichem Ausgang. Fukushima, Tschernobyl und unzählige Störfälle in Dutzenden Atomreaktoren weltweit belegen: Die Risiken der Atomkraft sind zu groß. Täglich steigt die Wahrscheinlichkeit eines neuen Super-GAUs. Hochwasser- und Erdbebengefahren, Alterungserscheinungen, Sicherheitsmängel und menschliches Versagen können an allen AKW-Standorten jederzeit zu schwersten Störfällen führen. Deshalb müssen auch die in Deutschland weiter laufenden acht Atomkraftwerke sofort abgeschaltet werden", erklärte der BN-Vorsitzende vor seiner Abreise in Berlin.

Weiger wies außerdem auf die dramatischen Erblasten der Atomenergienutzung hin: „In Fukushima stapeln sich auf riesigen Flächen Säcke mit radioaktiv verseuchter Erde. 10.000 Quadratkilometer Land gelten als nicht mehr nutzbar. Um Tschernobyl gibt es 30 Jahre nach dem GAU immer noch eine Sperrzone größer als das Saarland. Deutschland und alle anderen die Atomkraft nutzenden Staaten wissen nicht, wohin mit den abgebrannten Brennelementen und dem übrigen Strahlenabfall. Noch immer behaupten manche, Atomstrom sei am billigsten. Am Ende ist der Atomstrom der teuerste Strom überhaupt."

"Viele Generationen nach uns werden sich mit den radioaktiven Altlasten herumschlagen müssen, die wir ihnen hinterlassen. Die endgültige Abkehr vom Irrweg der Atomenergienutzung muss endlich im Grundgesetz festgeschrieben werden, das sind wir unseren Kindern und Kindeskindern schuldig", sagte der BN-Vorsitzende.