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Verbesserung des natürlichen Wasserrückhalts in der Donau-Aue

Nach dem jüngsten Hochwasser in Passau fordert der BN eine Verbesserung des natürlichen Wasserrückhalts in der Donau-Aue als Schutz für Passau

25.03.2002

Als Konsequenz aus dem Hochwasser der letzten Tage, das insbesondere in Passau zu hohen Pegelständen geführt hat, fordert der Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) eine klare Priorität für den ökologischen Hochwasserschutz an der Donau oberhalb von Passau. "Im letzten frei fließenden Bereich der Donau zwischen Straubing und Vilshofen muss die einmalige Chance genutzt werden, durch Rückverlegung von Dämmen auch die Hochwassersituation von Passau zu entschärfen", forderte Prof. Dr. Hubert Weiger, Landesbeauftragter des BN. Damit lässt sich die Entscheidung für die flussbauliche Variante für den Ausbau der Donau ideal verbinden mit einem ökologischen Hochwasserschutz. "Auf den Flächen, die die RMD bereits für die Zerstörung der Donau gekauft hat, müssen Retentionsräume für den natürlichen Wasserrückhalt und damit den Hochwasserschutz auch von Passau realisiert werden." Dagegen würde durch einen weiteren Bau von Staustufen an der Donau die Hochwassergefahr für Passau weiter verschärft. Der BN befürchtet basierend auf einem Gutachten von Prof. Dr. Bernhart, Universität Karlsruhe, eine nochmalige Beschleunigung der Hochwasserwelle der Donau und damit eine Überlagerung der Hochwasserwelle mit dem Inn in Passau. Derartige Effekte der Überlagerung von Zuflüssen durch Beschleunigung im Hauptfluss konnten am Oberrhein in Folge des Oberrhein-Ausbaus klar belegt werden. Bereits jetzt ist in der Donau durch den Ausbau und die Staumaßnahmen ein rasches Auflaufen und höhere Spitzen der Wasserstände zu beobachten. Aus amtlichen Untersuchungen geht hervor, dass sich die Laufzeiten der Wellen in einigen untersuchten Flussabschnitten der Donau z.T. deutlich verändert haben. Beispielweise hat sich im Abschnitt Schwabelweis - Achleiten eine Beschleunigung der Hochwasserwelle derart ergeben, dass ein vergleichbares Hochwasserereignis die Strecke bis 1945 in ca. 60 Stunden, bis 1970 in ca. 40 Stunden und 1988 in ca. 15 Stunden durchlief (Ausbauzustand 1988). Sofern es infolge eines weiteren Staustufenbaus an der Donau zu einer nochmaligen Beschleunigung der Donauwelle kommt, verschärft sich die Hochwassersituation gerade für Passau. Denn bisher erreicht die Hochwasserwelle des Inn Passau zeitlich früher. Bei einer weiteren Abflussbeschleunigung in der Donau kann es zu einem zeitgleichen Eintreffen der Hochwasserwellen von Donau und Inn kommen. Für Passau bedeutet daher die Entscheidung für die flussbauliche Variante beim Ausbau der Donau zwischen Straubing und Vilshofen eine klare Verbesserung, da hier gleichzeitig durch Rückverlagerung von Dämmen neue Retentionsräume geschaffen werden können, in den das Wasser natürlicherweise zurückgehalten werden kann. "So kann Hochwasserschutz und Naturschutz ideal verbunden werden", so das Resümee von Prof. Dr. Hubert Weiger.Für Rückfragen:Fachabteilung München, Christine Margraf, Tel.: 089/54829863Landesfachgeschäftsstelle Nürnberg, Tel.: 0911/81878-0