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Moore: Wichtig für den Klimaschutz
Kein Lebensraum an Land speichert mehr Kohlenstoff als intakte Moore. Umgekehrt setzen entwässerte Moore enorme Mengen an Kohlendioxid frei. Moorschutz ist also hochwirksamer Klimaschutz.
Moore sind Klimaschützer
Intakte Moore gehören zu den wichtigsten natürlichen Kohlenstoffspeichern: Ein Hektar Moor bindet etwa so viel Kohlenstoff wie sechs Hektar Waldboden. Durch neu gebildeten Torf werden der Atmosphäre weltweit etwa 150 bis 250 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr entzogen. Werden Moore entwässert, dreht sich die Wirkung um. Torf wird abgebaut und es gelangen große Mengen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre.
Wiedervernässung wirkt
In Bayern gibt es rund 228.000 Hektar Moorböden, davon werden etwa 134.000 Hektar landwirtschaftlich genutzt. Solche entwässerten Moorböden verursachen in Deutschland jährlich Emissionen von rund 53 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten und damit über ein Drittel der Klimagase der gesamten Landwirtschaft. Wiedervernässung kann diese Entwicklung umkehren und pro Hektar bis zu 15 Tonnen CO₂-Äquivalente bei Hochmooren und bis zu 30 Tonnen bei Niedermooren einsparen.
Nasse Moorböden sind nutzbar
Auch auf wiedervernässten Moorböden kann Landwirtschaft betrieben werden. Bei der sogenannten Paludikultur wachsen auf nassen Flächen etwa Schilf, Seggen oder Rohrglanzgras. Diese Pflanzen können als Baustoffe und Dämmmaterial oder als Substrat für Biogasanlagen dienen. Eine weitere Nutzungsmöglichkeit ist die Beweidung mit Wasserbüffeln oder Moorschnucken.
Moore speichern im Untergrund riesige Mengen an Kohlenstoff. Während zahlreiche, speziell an die unwirtlichen Bedingungen im Moor angepasste Pflanzen ihre Triebe in die Luft strecken, passiert im Untergrund von Mooren nicht viel. Durch den hohen Wasserstand befindet sich kein Sauerstoff im Boden, der Bakterien und Pilze versorgen könnte. Abgestorbene Pflanzen werden deshalb nicht zersetzt, sondern sammeln sich im Laufe von Jahrtausenden als Torf an. Der darin gebundene Kohlenstoff bleibt dauerhaft im Boden eingebettet.
Moorböden speichern im Verhältnis zu anderen Böden deutlich mehr Kohlenstoff. So braucht es sechs Hektar Waldboden, um ebensoviel Kohlenstoff zu speichern wie in einem Hektar Moorboden.

Moore haben damit eine immense Bedeutung als natürliche Kohlenstoffsenke und damit für den Klimaschutz. Im jährlich neu gebildeten Torf der Moore werden laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) weltweit etwa 150 bis 250 Millionen Tonnen Kohlendioxid festgesetzt und damit auf Dauer der Atmosphäre entzogen. Weltweit enthalten Moore mehr gebundenen Kohlenstoff als alle Wälder dieser Erde zusammen und etwa die gleiche Menge an Kohlenstoff wie die gesamte terrestrische Biomasse. Je mehr intakte Moore wir also haben, desto besser ist das für unser Klima.
Entwässerte Moore setzen Klimagase frei
Entwässerte Moore schaden dem Klima. Die Kohlenstoffspeicherung im Moor funktioniert nur so lange die Moore intakt, also genügend mit Wasser versorgt sind. Werden sie entwässert und beispielsweise in Äcker verwandelt, kommt der über Jahrtausende im Torf gebundene Kohlenstoff mit Sauerstoff in Berührung und oxidiert. Dann setzen die Moore nicht nur riesige Mengen CO2 frei, sondern auch das über 300-mal klimaschädlichere Lachgas (N2O).

Viel zu viele Moorböden wurden für die Landwirtschaft entwässert: In Bayern gibt es rund 220.000 Hektar Moorböden, von denen etwa 134.000 Hektar landwirtschaftlich genutzt werden, 42 Prozent davon als Grünland, 32 Prozent als Acker, 13 Prozent als Forst. Zusammen setzen die Moorflächen in Bayern 5,5 Millionen Tonnen Klimagase im Jahr frei.
In Deutschland stammt über ein Drittel der klimaschädlichen Emissionen der Landwirtschaft aus der Bewirtschaftung entwässerter Moorböden. Diese bedecken in der Bundesrepublik rund 1,4 Millionen Hektar Landfläche und setzen jährlich klimarelevante Gase frei, die etwa 53 Millionen Tonnen Kohlendioxid entsprechen. Das sind rund 7,5 Prozent der deutschen Treibhausemissionen. .
Der BUND Naturschutz fordert deshalb, die letzten intakten Moore strikt zu schützen und die Renaturierung geschädigter Moore zu beschleunigen. Dadurch könnten riesige Mengen von schädlichen Klimagasen eingespart werden: Laut Technischer Universität München reduziert die Renaturierung eines Hochmoores die Klimagasemissionen um bis zu 15 Tonnen Co2-Äquivalente pro Hektar; bei einem Niedermoor sind es sogar bis zu 30 Tonnen Co2-Äquivalente.
Paludikultur ist eine Lösung
Landwirtschaft ist auch auf wiedervernässten Moorflächen möglich: Bei der sogenannten Paludikultur nutzen Landwirt*innen landwirtschaftliche Flächen auf wiedervernässten Moorstandorten. Es werden Pflanzen angebaut, die mit der Bodennässe gut zurechtkommen, wie etwa Schilf, Seggen oder Rohrglanzgras, die dann beispielsweise als Baustoff und Dämmmaterial oder als Rohstoff für Biogasanlagen genutzt werden. Eine weitere Nutzungsmöglichkeit ist die extensive Beweidung wiedervernässter Flächen mit Wasserbüffeln oder Moorschnucken.





