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Kein dritter Nationalpark: Regierungserklärung von Markus Söder enttäuscht

Ministerpräsident Markus Söder ignoriert in seiner ersten Regierungserklärung wichtige Zukunftschancen. So will er den Suchprozess für einen dritten Nationalpark in Bayern beenden. "Das ist weit über Bayern hinaus ein negatives Signal für den Naturschutz", kommentiert der BN-Vorsitzende Hubert Weiger.

Herber Rückschlag: Weder in der Rhön soll es einen Nationalpark geben ...

... noch an den Flussauen von Donau und Isar (Fotos: Thorsten Grohse/fotolia.com, Wolfgang Willner).

18.04.2018

"Für den BUND Naturschutz ist es eine große Enttäuschung, dass Ministerpräsident Markus Söder als früherer Nationalparkbefürworter und Umweltminister aus Angst vor zu vielen kritischen Stimmen in der eigenen Fraktion einen zukunftsschädlichen Rückzieher gemacht hat", kommentiert BN-Landesvorsitzender Hubert Weiger. "Damit wird Bayern zum Schlusslicht in Deutschland bei der Ausweisung neuer wirkungsvoller Schutzgebiete und gibt seine frühere Vorreiterrolle preis" so BN-Landes-beauftragter Richard Mergner. Die Zusage der Staatsregierung, dass keine Nationalparksuchregion bei neuen Naturschutzgebieten leer ausgehe, sei damit gebrochen.

Die Absage an einen dritten Nationalpark in Bayern ist ein herber Rückschlag für den Naturschutz und eine Missachtung der Bürger vor Ort und die Mehrheit der Bürger die in ganz Bayern einen dritten Nationalpark befürworten. Der Ministerpräsident ignoriert, dass über 60 Prozent der Touristen wegen der Naturschönheiten nach Bayern kommen.

Der BUND Naturschutz wird weiterhin für einen dritten Nationalpark ob im Steigerwald, der Rhön, dem Spessart den Donau-und Isarauen oder im Ammergebirge kämpfen.

"Die Absichtserklärungen, den Flächenverbrauch nur mit freiwilligen Maßnahmen, der Ortskernreaktivierung und etwas mehr Grün in der Stadt zu reduzieren, ist Schönfärberei und hat in den letzten Jahren zu keinem Rückgang des Flächenverbrauchs geführt. Die Rücknahme der Änderungen des Alpenplans und des Anbindegebots wird der BUND Naturschutz zum Thema im Landtagswahlkampf machen", so Mergner.

Einziger Lichtblick sind die positiven Äußerungen zu Umweltbildung und Umweltbegegnungszentren.