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Keine neue Ölbohrung in Bayern!

BUND Naturschutz protestiert gegen geplante Ölsuche im Landkreis Augsburg. Staatsregierung erteilt Erlaubnis trotz Klimakrise. BN fordert einen sofortigen Stopp der Planungen.

22.01.2026

Im Landkreis Augsburg, bei Großaitingen, soll ein neues Ölfeld erschlossen werden. Aus Sicht des BUND Naturschutz ist dieses Vorhaben völlig aus der Zeit gefallen. Der BN wird deshalb alles daransetzen, das Projekt zu stoppen. Am Donnerstag protestierten BN-Aktive mit einer Foto-Aktion direkt vor Ort gegen das Projekt (siehe Foto). Der Protest richtet sich ausdrücklich auch gegen die Bayerische Staatsregierung. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie hatte im Dezember dem Unternehmen Oneo eine bergrechtliche Erlaubnis erteilt. Damit hat die Firma nun fünf Jahre lang das exklusive Recht, im Gebiet „Wertach“ westlich von Großaitingen rund um den Fluss Wertach nach Öl und Gas zu suchen.

Der BUND Naturschutz lehnt diese Genehmigung aus klimapolitischen Gründen entschieden ab. „Es ist wirklich absurd, dass im Jahr 2026 neue Ölfelder erschlossen werden sollen. Die Klimakrise eskaliert immer weiter – und gleichzeitig wollen wir womöglich über Jahrzehnte neue fossile Infrastruktur schaffen? Das ist ein Schlag ins Gesicht der jungen und kommenden Generationen“, sagt Julian Fürholzer, politischer Sprecher der BUNDjugend Bayern und Beisitzer im BN-Landesvorstand.

Fürholzer ergänzt: „Schon der Weiterbetrieb bestehender Förderanlagen bringt uns über die zulässigen Emissionsgrenzen hinaus. Wer in einer bislang weitgehend industriearmen Natur- und Kulturlandschaft neue Bohrungen zulässt, sendet ein fatales Signal: Hier geht es nicht um Gemeinwohl oder Versorgungssicherheit, sondern um das Gewinninteresse eines einzelnen Unternehmens.“

Auch auf regionaler Ebene stößt das Projekt auf scharfe Kritik. „Bayern muss endlich konsequent aus den fossilen Energien aussteigen, um seinen Beitrag zur Begrenzung der Klimakrise zu leisten“, betont Peter Roth, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Augsburg. „Was wir brauchen, sind ein deutlich beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien und ambitionierte Energiesparmaßnahmen. Für einen geordneten Ausstieg aus Öl und Gas braucht es Planungssicherheit für Verkehrs- und Wärmewende – nicht neue fossile Bohrlizenzen.“

Neben den klimapolitischen Folgen birgt das Vorhaben auch Risiken für Mensch und Umwelt vor Ort: Öl- und Gasbohrungen sind immer mit der Gefahr von Unfällen und Umweltverschmutzungen verbunden. So war das Unternehmen Oneo im vergangenen Jahr von einem Leck an einer Ölleitung in Rheinland-Pfalz betroffen.