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Was tun bei einer Wolfsbegegnung?

Wölfe sind vorsichtige Wildtiere und Menschen gegenüber zurückhaltend. Eine Begegnung mit einem Wolf in freier Natur ist ausgesprochen selten und ein wunderbares Erlebnis. Wie sollten Sie sich bei einer Wolfsbegegnung verhalten? Und wie gefährlich sind Wölfe für Menschen eigentlich? Hier finden Sie wichtige Informationen und Verhaltensregeln für Begegnungen mit Wölfen.

Das Wichtigste in Kürze

Eine Begegnung mit einem Wolf ist ausgesprochen selten und ein wunderbares Erlebnis. Wölfe sind Menschen dabei gegenüber vorsichtig und greifen sie nicht an. 

Bei einer Wolfsbegegnung gilt: Ruhe bewahren, Abstand halten und dem Wolf nicht nachlaufen. Wenn Sie sich unwohl fühlen, entfernen Sie sich langsam und ruhig und behalten Sie den Wolf im Blick. 

Wichtig: Wölfe niemals füttern!

Sind Wölfe für Menschen gefährlich?

Nein, Wölfe sind für Menschen nicht gefährlich. 

  • Sie verhalten sich Menschen gegenüber vorsichtig und greifen sie nicht an. 
  • Wölfe verteidigen ihr Revier auch nicht gegen Menschen. 
  • Unfälle kommen extrem selten vor: Die wenigen in Europa bekannten Fälle sind überwiegend auf die in Deutschland ausgerottete Tollwut oder angefütterte Wölfe zurückzuführen – und liegen über 50 Jahre zurück. 
  • Seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland gab es wahrscheinlich tausende Nahbegegnungen von Mensch und Wolf in einer Entfernung von weniger als 30 Metern. Es ist nie etwas passiert. 

Zum Vergleich: Auch wenn Vergleiche immer problematisch sind, wenn es um Menschenleben geht, sei angemerkt, dass sich in Deutschland laut ADAC allein im Jahr 2024 circa 2.500 Autofahrer bei Wildunfällen verletzten. 20 Menschen starben dabei – ohne dass jemand auf die Idee käme, Rehen und Wildschweinen ihr Lebensrecht abzusprechen. Und: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werden in Deutschland jährlich drei bis vier Menschen durch Haushunde getötet. Das Amt registrierte 30.000 bis 50.000 Bissverletzungen pro Jahr.

Wölfe sind vorsichtige Wildtiere. Sie versuchen, Gefahren und unberechenbare Situationen zu vermeiden. Deshalb sind sie leicht einzuschüchtern und zu vertreiben. Vor allem Jungwölfe können Menschen aus Neugier manchmal nahekommen. Sie versuchen oft, verschiedene Aktivitäten des Menschen unbemerkt zu beobachten, ohne dabei gefährlich zu werden.

Auch hungrige Wölfe sind nicht gefährlicher als satte – und das gilt auch im Winter. Die natürlichen Beutetiere, vor allem Rehe, sind auch in der kalten Jahreszeit im Übermaß vorhanden. Oft ist es für den Wolf dann sogar leichter, Nahrung zu finden, weil viele Wildtiere durch Nahrungsmangel geschwächt sind.

Unfälle zwischen Mensch und Wolf kommen extrem selten vor. Weil dieses Thema Menschen weltweit immer wieder beschäftigt, hat das Norwegische Institut für Naturforschung (NINA) im Jahr 2002 weltweit dokumentierte Wolfsangriffe untersucht. Das Ergebnis: Die meisten Zwischenfälle waren auf Tollwut zurückzuführen, also auf eine Krankheit, die in Deutschland und den meisten angrenzenden Ländern keine Rolle mehr spielt. So wurden von 1950 bis 2000 in ganz Europa 59 Zwischenfälle mit Wölfen dokumentiert. In 38 Fällen war Tollwut der Grund für den Angriff, fünf davon endeten tödlich. Die meisten anderen Unfälle kamen zustande, wenn Wölfe provoziert, in die Enge getrieben, bedroht oder über einen längeren Zeitraum angefüttert wurden. Sie hatten mutmaßlich die Vorsicht vor dem Menschen verloren und aufdringliches oder dreistes Verhalten entwickelt. Vier der restlichen Unfälle endeten ebenfalls tödlich, alle durch futterkonditionierte Wölfe in Spanien in den 1960er-Jahren.

Zur heutigen Situation: Insgesamt nimmt die Wolfspopulation in Europa zu, trotzdem hat in den letzten 30 Jahren die Zahl der Unfälle abgenommen. In Rumänien, dem Land mit der stärksten Wolfspopulation (ca. 3.000 Tiere), gibt es nur einige wenige Berichte von Bissverletzungen, wenn Schäfer versucht haben, einen Wolf zu erschlagen. In Lettland und Litauen kommt es öfter zu Zwischenfällen mit halbzahmen oder entlaufenen Wölfen beziehungsweise mit Hybriden. Das sind Mischlinge aus Wolf und Hund.

Wie sollte ich mich in einem Wolfsgebiet verhalten?

In einem Wolfsgebiet sollten Sie auf den Wegen bleiben, die Nachtstunden meiden und Wölfe niemals füttern.

Wölfe leben in Deutschland in einem stark besiedelten und vielfältig genutzten Lebensraum. Sie lernen schnell, sich mit dem Menschen und seinen Aktivitäten zu arrangieren. 

Folgende Verhaltensregeln sollten Sie beachten

  • Bleiben Sie auf den Wegen: Wandern, joggen oder radeln Sie nicht quer durch den Wald. Wölfe liegen manchmal im Dickicht, weil sie sich dort sicher fühlen.
  • Nachtstunden meiden: Wölfe sind vor allem, aber nicht nur, nachtaktive Tiere. Wenn Sie wissen, dass sich in einem Gebiet Wölfe aufhalten, können Sie Begegnungen vermeiden, indem Sie dort nachts nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad im Wald unterwegs sind.
  • Wichtig: Niemals Wölfe füttern! Durch Füttern können Wölfe ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verlieren und lernen, Menschen mit Nahrung zu verknüpfen. Dies kann langfristig zu gefährlichen Konflikten und aggressivem Bettelverhalten und Angriffen auf Menschen führen.

Wie verhalte ich mich mit meinem Hund?

  • Hund nah bei sich behalten. Wölfe könnten freilaufende Hunde als mögliche Beute oder als Revierkonkurrent wahrnehmen. Das kann für den Hund tödlich enden. Führen Sie Ihren Hund deshalb nahe am Menschen. Ihre Präsenz schützt Ihren Hund vor dem Wolf.
  • Hund an der Leine führen: Hunde stammen direkt vom Wolf ab und neigen dementsprechend zum Jagen. Deshalb sollten Hunde – egal ob Terrier oder Dogge – im Wald grundsätzlich an der Leine geführt werden. Das gilt umso mehr, wenn es sich um ein Wolfsgebiet handelt.

Was tun, wenn man einem Wolf begegnet?

Bei einer Wolfsbegegnung gilt: Bewahren Sie Ruhe, halten Sie respektvoll Abstand und laufen Sie dem Tier nicht nach.

  • Sich freuen: Die Begegnung mit einem wildlebenden Wolf ist ausgesprochen selten und ein wunderbares Erlebnis.
  • Bewahren Sie Ruhe: Halten Sie respektvoll Abstand und laufen Sie dem Tier nicht nach.
  • Wenn Sie sich bei einer Wolfsbegegnung unwohl fühlen, entfernen Sie sich langsam und ruhig und behalten Sie den Wolf dabei im Blick. Sie können laut reden, rufen oder in die Hände klatschen. 
  • Wenn das Tier bei einer Wolfsbegegnung sehr nah ist: In seltenen Fällen können sich sehr neugierige Wölfe annähern. Bei einer Begegnung in weniger als 30 Metern Entfernung können Sie auch mit einem Ast oder einem Stein nach einem solchen Wolf werfen.

Wie gefährlich sind Wölfe für Nutztiere?

Wölfe ernähren sich fast ausschließlich von Wildtieren. Im wildreichen Deutschland besteht ihre Nahrung zu über 95 Prozent aus wildlebenden Huftieren wie Reh, Hirsch und Wildschwein. Hinzu kommen kleinere Säugetiere, Vögel, Fische und Früchte.

Kaum Haustiere oder Nutztiere: Haustiere wie Schafe oder Ziegen machten in einer zwanzigjährigen Studie in der Lausitz lediglich 0,5 Prozent der Nahrung aus. Besonders ungesicherte Schafe und Ziegen stellen für Wölfe eine leichte Beute dar. 

Herdenschutz entscheidet: Wie hoch der Anteil von Haustieren an der Nahrung ist, hängt davon ab, wie viele Nutztiere – insbesondere Schafe, Ziegen und junge Kälber – ohne Herdenschutz in einem Gebiet vorhanden sind. Dadurch entstehen Konflikte mit der Nutztierhaltung.


Wissenswertes über den Wolf