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Erfolgreiche Renaturierung am Main

Der Main ist der längste Fluss Bayerns. Auch er wurde schon vor Jahrzehnten in weiten Bereichen kanalisiert und für die Stromerzeugung verbaut. Der BUND Naturschutz (BN) half tatkräftig mit, entlang des Flusses wieder eine vielfältige Naturlandschaft zu entwickeln.

Neues Leben am Oberen Main

Der Main, mit 527 Kilometern Bayerns längster Fluss, wurde einst stark kanalisiert. Im EU-Projekt „Oberes Maintal“ (2010-2015) schuf der BUND Naturschutz mit Partnern rund 32 Hektar neue Feuchtlebensräume – darunter Flachwasserzonen, Altwässer und Mulden. Davon profitieren unter anderem Störche, Flussseeschwalben und sogar der seltene Nachtreiher, der sich wieder angesiedelt hat.

Einsatz für den Fluss

Für die Renaturierung am Main mussten Flächen von Landwirt*innen, Gemeinden und dem Staat in mühsamen Verhandlungen erworben werden. Ehrenamtliche pflanzten Schilf und bauten Nisthilfen. Heute zeigen zwei neue Aussichtstürme sowie Naturerlebniswege den Menschen die zurückgewonnene Flusslandschaft – ein sichtbarer Erfolg jahrelanger Naturschutzarbeit.

Auf 527 Kilometern bahnt sich der Main seinen Weg durch die Landschaft, mehr als 406 davon durch bayerisches Hoheitsgebiet. Seine Quellflüsse, der Rote und der Weiße Main, fließen bei Kulmbach zusammen und suchen fortan gemeinsam als „Main“ ihren Weg über Würzburg und Frankfurt bis hin zur Mündung bei Mainz in den Rhein.

Es gibt noch naturnahe Abschnitte am Main: In Auenlandschaften wie im Umfeld der Mainschleife zwischen Kitzingen und Schweinfurt ist Wasser das prägende Element und von Burgkunstadt bis Bamberg passiert der Main nur wenige Staustufen. Auf einer Länge von 77 Kilometern fließt er fast ungehindert. Allerdings hat der Kiesabbau das Gesicht der Flusslandschaft dort einschneidend verändert. Hier haben Unternehmen jahrzehntelang intensiv Sand und Kies abgebaut.

Großprojekt für neue Lebensräume

BN und LBV haben gemeinsam mit weiteren Partnern neue Lebensräume für typische Fluss- und Auenbewohner im Oberen Maintal geschaffen: Bisher mussten sich Weiß- und Schwarzstorch, Flussseeschwalbe, Flussregenpfeifer oder Fischadler auf wenige noch naturbelassene Lebensräume am Main beschränken. Mit dem LIFE-Natur-Projekt „Oberes Maintal“ (2010 bis 2015) hat sich das zum Positiven verändert.

Es wurden 17 Hektar Flachwasserzonen, acht Hektar Altwässer und sieben Hektar wechselfeuchte Mulden angelegt. Wertvolle Tier- und Pflanzenarten können die neuen Biotope als Trittsteine nutzen und sich weiter ausbreiten. Etliche freistehende Nisthilfen für Großvögel, wie etwa den Flussseeadler, und fünf Nistflöße in den Baggerseen werden es Flussseeschwalbe und Co. erleichtern, für Nachwuchs im Projektgebiet zu sorgen.

Großes Engagement des BN

Naturschutz in dieser Größenordnung kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit: „Es waren sehr geschickte Verhandlungen nötig, um die Grundstücke zu erwerben“, erzählt Anton Reinhardt. Der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Lichtenfels war bei fast allen Sitzungen der Projektsteuergruppe dabei und hat gemeinsam mit anderen Aktiven das Vorhaben tatkräftig durch Führungen, Exkursionen und praktische Hilfe beim Pflanzen von Schilfröhricht oder Errichten von Nistflößen oder Nistbäumen unterstützt. Nicht nur bei Landwirt*innen, auch bei Gemeinden und staatlichen Grundbesitzer*innen sei viel Überzeugungsarbeit geleistet worden, führt Reinhardt weiter aus. „Für die Landwirte war das natürlich auch kritisch, denn sie haben schon viel Fläche durch den Kiesabbau und durch Verkehrsgroßprojekte wie den Bau der Autobahn A73 und der ICE-Neubautrasse Nürnberg-Erfurt verloren.“

Erfolge sind sichtbar

Dass die Menschen der Umgebung die Schönheit und den Naturreichtum des Oberen Maintales besser erfahren können, war ein zweites wichtiges Anliegen des EU-Projektes. So ließen die Naturschützer*innen zwei Aussichtstürme errichten, von denen aus man reizvolle Einblicke in naturnahe Teilbereiche des Maintales genießen kann, wie etwa in die neu geschaffene Mainschleife bei Unterbrunn nahe Ebensfeld oder bei Dörfleins nahe Hallstadt. Kleinere Vogelbeobachtungseinrichtungen, Infopunkte und Naturerlebniswege, so etwa um den Rudufersee bei Michelau runden das Angebot an Informationseinrichtungen im Projektgebiet ab. Und die Erfolge der Renaturierung sind sichtbar. So wurde in den neu geschaffenen Biotopstrukturen schon der in Deutschland seltene Nachtreiher beobachtet. Nach der „Initialzündung“ durch die Renaturierung wird jetzt die Natur weiter gestalten. 


Weitere Erfolge und Projekte im Fluss- und Auenschutz