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Moore: Wichtig für Hochwasser- und Trinkwasserschutz

Moore sind für uns Menschen unersetzlich. Sie schützen uns vor Hochwasser, reinigen unser Trinkwasser und liefern frische Luft. 

Moore als natürlicher Hochwasserschutz

Torfböden sind extrem quellfähig und Torfmoose wirken wie Schwämme. So können intakte Hochmoore bei Starkregen rund 90 Prozent des Niederschlags aufsaugen und langsam wieder abgeben. Das entschärft Hochwasserspitzen. Eine entwässerte Moorwiese nimmt hingegen laut einer Untersuchung an den Chiemseemooren nur etwa 30 Prozent des Niederschlags auf. 

Moore filtern unser Trinkwasser

Moore halten Nähr- und Schadstoffe zurück und geben nahezu sauberes Wasser an Bäche, Seen und das Grundwasser ab. Das ist wichtig, weil Bayerns Trinkwasser überwiegend aus Grund- und Quellwasser stammt. Trocknet ein Moor aus, können die Nähr- und Schadstoffe wieder an die Umgebung abgegeben werden und der Filter wird zur Belastungsquelle.

95 Prozent der Moore sind entwässert

Von einst rund 220.000 Hektar Moor in Bayern sind heute etwa 95 Prozent trockengelegt. Damit fehlen Wasserspeicher, Filter und Kühlflächen für Starkregen, Dürre und Hitze. Der BN fordert deshalb, intakte Moore zu bewahren und entwässerte wieder zu vernässen, damit Klima, Natur und Menschen profitieren.

Moore: Klimaanlagen der Landschaft

Nasse Moore verdunsten Wasser und kühlen dadurch ihre Umgebung. Als Kaltluftentstehungsgebiete erzeugen sie kühle Luft, die gerade im Umfeld von Städten und Ballungsräumen wie München immer wichtiger wird. Mit dem Klimawandel steigt ihr Wert als Frischluftlieferanten.

Moore schützen uns, ohne dass wir es merken: Sie speichern Starkregen, filtern unser Wasser und kühlen die Landschaft. Einst erstreckten sich in Bayern rund 220.000 Hektar Moor, heute sind etwa 95 Prozent davon entwässert. Damit fehlen uns genau die Puffer, die wir bei Starkregen, Dürre und Hitze brauchen.

Moore können viel Wasser aufnehmen und zurückhalten. Neben dem Klima- und dem Artenschutz sind sie deshalb sehr wichtig für den natürlichen Hochwasserschutz. Torfböden sind extrem quellfähig und in Hochmooren, wie dem Schwarzen Moor in der Rhön, wirken die dort vorkommenden Torfmoose zusätzlich wie Schwämme. Sie nehmen große Mengen an Niederschlagswasser auf und geben das überschüssige Wasser erst verzögert an die Landschaft ab, sodass sie Hochwasserspitzen abmildern.

Moore allein verhindern zwar keine Naturkatastrophen, sie sind aber ein wichtiger Baustein im natürlichen Hochwasserschutz. Wegen ihrer Pufferfunktion werden sie auch als natürliche Retentionsräume bezeichnet. Naturnahe Niedermoore, wie sie teilweise im Erdinger, Freisinger, Dachauer und Maisacher Moos vorkommen, werden auch durch Bäche und Flüsse ihres teilweise ausgedehnten Einzugsgebietes gespeist. Dadurch können sie besonders zum ökologischen Hochwasserschutz beitragen und Überflutungen entschärfen oder sogar abwenden.

90 %

Aufnahme Regenwasser

Intaktes Hochmoor

30 %

Aufnahme Regenwasser

Entwässerte Moorwiese

Ihren vollen Nutzen können Moore nur erbringen, wenn ihr Wasserhaushalt noch intakt ist. Eine Untersuchung an den Chiemseemooren hat gezeigt, dass ein intaktes Hochmoor bei Starkregen rund 90 Prozent des Niederschlagswassers aufsaugen und später nach und nach abgeben kann. Eine drainierte Moorwiese hingegen speicherte bei dieser Untersuchung nur 30 Prozent des Niederschlags.

Das verdeutlicht: Auch durch die vielerorts gestörten und entwässerten Moore spitzen sich Hochwasser heute oft zu Katastrophen zu – ein weiterer guter Grund dafür, gestörte bayerische Moore möglichst rasch zu renaturieren. 


Moore sind wichtig für Trinkwasser und frische Luft

Moore sichern die Qualität von Grund- und Trinkwasser: Bayerns Trinkwasser stammt zum größten Teil aus Grund- und Quellwasser. Moore helfen, dieses Wasser sauber zu halten, denn sie wirken nicht nur wie Schwämme, sondern auch wie Filter. Aus dem gespeicherten Wasser „sieben“ sie Nähr- und Schadstoffe heraus und geben nahezu nährstoff- und schadstofffreies Wasser wieder an die Gewässer ab. Deshalb werden sie auch als „Nieren der Landschaft“ bezeichnet. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Reinhaltung von Bächen, Flüssen und Seen, Grund- und Trinkwasser. Trocknet ein Moor jedoch aus, zersetzt sich der Torf und Nähr- und Schadstoffe können wieder ausgewaschen werden. Aus dem Filter wird dann eine Belastungsquelle.

Nasse Moore sind natürliche Klimaanlagen. Sie verdunsten Wasser und kühlen so die Landschaft. Vor dem Hintergrund des Klimawandels zunehmend wichtig: Moore liefern uns „frische Luft“. Als sogenannte Kaltluftentstehungsgebiete produzieren sie sozusagen kühle Luft. Gerade im Umfeld von Städten und Ballungsräumen wie München ist dies eine immens wichtige Funktion. 


Was heißt das für Bayern?

Weil 95 Prozent der Moore in Bayern entwässert sind, fehlen uns Wasserspeicher, Filter und Kühlflächen. Umso wichtiger ist es, die verbliebenen intakten Moore zu erhalten und entwässerte Moore wieder zu vernässen. Das nützt dem Klima, den Tieren und Pflanzen in den Mooren und der Bevölkerung. Deshalb macht sich der BN dafür stark, intakte Moore in Bayern zu schützen und ehemalige Moorflächen zu renaturieren.