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Mähroboter - Nicht nur für Igel eine Gefahr

Sobald es dämmert, sind die Igel unterwegs und gehen auf Nahrungssuche. Um satt zu werden, müssen die Stachelritter manchmal mehrere Kilometer zurücklegen. Dabei begegnen ihnen viele Gefahren. Eine davon kommt sehr leise daher: Mähroboter!

Igel sind vor allem Insektenfresser. Im Frühjahr und Spätherbst stehen aber auch gerne Regenwürmer auf seinem Speiseplan. Die unglaublich feine Igelnase findet jeden Leckerbissen, auch dort, wo man das Symboltier für naturnahe Gärten nicht vermuten würde - nämlich auf Rasenflächen, die von einem Mähroboter gepflegt werden. Durchqueren die Tiere einen von Robotern gepflegten Rasen oder gehen dort auf Beutefang, kann das für die Igel gefährlich werden. Denn Igel sind keine Fluchttiere; nähert sich ein Mähroboter, harren sie aus und warten ab, einige rollen sich zusammen. Doch diese Strategie hilft nur großen kräftigen Tieren, die von den Sensoren der automatischen Mäher erkannt werden. Kleinere Igel, Lurche und Reptilien werden von Mährobotern nicht als Hindernis erkannt und deshalb überrollt, verletzt oder getötet.

Auch wenn viele Hersteller die Sicherheitsstandards ihrer Roboter-Modelle in den höchsten Tönen loben, bleiben Mähroboter ein großes Risiko für das Wildtier Igel und andere Gartenbewohner. Der BUND Naturschutz bittet deshalb alle Igelfreunde: Wer nicht auf so einen Roboter verzichten kann, sollte die Mähzeiten unbedingt auf den Tag verlegen und vorab gründlich kontrollieren, ob Tiere gefährdet sein könnten. Das gilt auch für den Einsatz anderer motorisierter Gartengeräte wie Fadenmäher oder Motorsensen in unübersichtlichen Ecken des Gartens.


Mut zur Wildnis

Fadenmäher, Motorsensen und andere automatische Gartenwerkzeuge sind eine Gefahr für Kleintiere im Garten. Sie verhindern die Entwicklung blühender Artenvielfalt und fördern den Ordnungswahn vieler Gartenbesitzer. Der BUND Naturschutz bittet deshalb um mehr Mut zur Wildnis: Je vielfältiger der Garten gestaltet ist und je mehr insektenfreundliche Pflanzen darin wachsen, umso wohler fühlen sich Igel & Co.

Obwohl das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ deutlich gezeigt hat, dass sich unsere Gesellschaft mehr Artenvielfalt wünscht, sind Blumenwiesen in bayerischen Gärten eher die Ausnahme. Fast überall sieht man normale Rasenflächen. Durch häufiges Mähen verschwinden Kräuter, Wildgräser oder Moose. Knospen werden weggemäht, bevor sie entstehen. Für viele kleine Lebewesen wie Bienen, Hummeln, Grillen oder Schmetterlinge bleibt der „Rasen“ eine grüne Wüste.

Dabei finden sich in jedem Garten Ecken, die man in ein Naturparadies verwandeln kann. Blühränder an den gemähten Rasenflächen, naturnahe heimische Heckenpflanzen, Trockenmauern, Teiche oder Totholzhaufen. Ein igelfreundlicher Naturgarten mit heimischen Blühpflanzen, Laub- und Reisighaufen zum Verstecken ist ein Paradies - nicht nur für Igel, sondern auch für viele andere Arten. Besonders im Sommer dient dichtes Altgras an und unter Sträuchern Igeln oft als Schlafstätte oder auch Jungvögeln als Versteck.

Machen Sie mit: Verzichten Sie auf Mähroboter! Mit Sense oder Spindelmäher verbrauchen Sie zudem keine Fremdenergie. Gestalten Sie den Rest des Gartens naturfreundlich!