MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Gelbbauchunke (Bombina variegata): Steckbrief

Die in Bayern stark gefährdete Gelbbauchunke liebt zum Ablaichen Pfützen und kleinere Tümpel wie sie in unausgebauten Wegen, an Wegrändern oder Abbaugruben vorkommen. Da diese auch heute noch oft zugeschüttet werden, bleiben ihr immer weniger Möglichkeiten um sich fortzupflanzen.

Eine Gelbbauchunke sitzt im Moos.
Am Rücken gut getarnt, am Bauch leuchtend gelb-schwarz: die Gelbbauchunke. (Foto: Wolfgang Willner)

Wie fast alle Amphibienarten war auch die Gelbbauchunke ursprünglich ein typischer Bewohner der Bach- und Flussauen. Hier besiedelt sie die im Zuge der Hochwasserdynamik entstandenen, nur wenige Wochen im Jahr wasserführenden Kleingewässer. Da in unseren Auen solche Gewässer nicht mehr vorkommen, sind die Tiere heute auf vom Menschen geschaffene Ersatzbiotope angewiesen.

Sie nutzen Fahrspuren und andere kleine Tümpel oder größere Pfützen in Abbaugruben, Laubwäldern und am Waldrand. „Normale“ Naturschutz-Tümpel meiden sie – sie sind ihnen zu groß und zu gefährlich. Denn das Laichen in kleinen Gewässern hat den Vorteil, dass es wenig Konkurrenz und kaum Feinde gibt. Auf der anderen Seite sterben relativ viele Larven, wenn die kleinen Wasserstellen zu schnell austrocknen – obwohl die Larven mit nur sechs Wochen Entwicklungszeit bis zur fertigen Unke eine sehr kurze Entwicklungsphase haben. Die Weibchen reagieren auf diese Gefahr durch mehrmaliges Ablaichen während des gesamten Frühsommers und dies in verschiedenen Pfützen. Gelbbauchunken können in der Natur 30 Jahre alt werden. Sie müssen nicht jedes Jahr ablaichen und sie können im Umkreis von mehreren Kilometern neue Gewässer finden. Eigentlich sind sie perfekt auf Lebensräume mit temporären Laichgewässern angepasst.

Unser Ordnungssinn führt jedoch dazu, dass fast alle Pfützen verfüllt werden. Immer mehr Waldwege werden befestigt. Die Folge: Immer weniger Unken finden Fortpflanzungsgewässer, so dass die Gelbbauchunke in Bayern heute als stark gefährdet gilt. Auch von der EU wurde sie als besonders bedrohte Art eingestuft (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, FFH).

Sollten Sie diese seltene Art entdecken, genießen Sie den melancholischen Klang der Unkenrufe. Vielleicht können sie sogar beobachten, wie die Männchen durch das Erzeugen von Wasserringen gegeneinander kämpfen. Bei Gefahr nehmen die Unken übrigens eine Schreckstellung ein: Arme und Beine werden in die Höhe gestreckt. Dadurch wird das Gelb ihrer Unterseite sichtbar. Parallel dazu wird der Rücken hoch gebogen. Diese konkave Haltung wird als „Kahnstellung“ oder „Unkenreflex“ bezeichnet. Sie soll Fressfeinde vor ihrem Hautgift warnen.

Merkmale der Gelbbauchunke (Bombina variegata)

Die gelbe Bauchseite der Gelbbauchunke
Die gelb gefärbte Bauchseite der Gelbbauchunke soll Feinde abhalten. (Foto: Wolfgang Willner)
  • Größe: 3,5 cm bis 4,5 cm, selten 5,5 cm
  • Warzig und unscheinbar bräunlich
  • Bauch gelb mit grauen bis schwarzen Flecken
  • Herzförmige Pupillen
  • Wissenschaftlicher Name: Bombina variegata

Systematik

Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie: Scheibenzüngler i.w.S. (Discoglossoidea)
Familie: Unken und Barbourfrösche (Bombinatoridae)
Gattung: Unken (Bombina)
Art: Gelbbauchunke (Bombina variegata)